Deutsche Bank: Fusionsgerüchte mit Commerzbank schon wieder vom Tisch – Beide Aktien im Minus

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)

Die Halbwertszeit des Gerüchtes, dass die beiden größten deutschen Finanzinstitute fusionieren beträgt mittlerweile nur noch ein bis zwei Tage. Angefeuert wurde die Spekulation diesmal auf der anderen Seite des großen Teichs: Die Bundesregierung intensiviert Kreisen zufolge ihre Bemühungen, einer Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank den Weg zu ebnen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. 

Nichts Neues – Nur andere Quelle

Es ist nicht das erste Mal, dass in diesem Jahr über einen Zusammenschluss der Deutschen Bank und der Commerzbank spekuliert wird. Es ist auch nicht neu, dass die Bundesregierung es begrüßen würde, wenn die beiden Finanzinstitute verschmelzen. Ebenfalls keine Neuigkeit ist, dass beiden Banken diesen Plänen offen gegenüberstehen. Nur die Quelle, aus der die eigentlich alten Nachrichten stammen, ist neu.

Kurs total ausgebombt

Nach neuerlichen Skandalen und Durchsuchungen bei der Deutschen Bank hatte der Kurs Anfang der Woche einen weiteren Tiefpunkt erreicht. Ein guter Zeitpunkt Gerüchte wieder hochkochen zu lassen. Die Anleger haben das gerne angenommen. Der Kurs der Deutschen Bank unter 8 Euro ist auch wahrlich ein Trauerspiel und zudem noch unter dem niedrigsten Kursziel der Analysten.

Ernüchterung folgt schnell

Normalerweise ebben die Gerüchte immer ab, wenn die beiden Hauptprotagonisten tagelang keine Stellung zu den Spekulationen beziehen oder selbst sagen: Es ist noch etwas früh für diesen Schritt. Diesmal entschieden sich beiden Seiten zu schweigen. Gab ja auch nichts Neues, dass kommentiert werden musste, die Gerüchte waren nur aufgewärmt.

Verdi entzaubert die Spekulation diesmal

Die Gewerkschaft gehe im Moment nicht davon aus, „dass eine Fusion beider Häuser in absehbarer Zeit ernsthaft in Betracht kommt“, sagte Jan Duscheck, der für die Gewerkschaft im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt, der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. „Es muss jetzt darum gehen, die Geschäftsmodelle in beiden Häusern zu schärfen und die strategischen Planungen umzusetzen.“

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Nicht alle begeistert von dem Plan

Von Aktionären regt sich Widerstand: „Nur weil zwei Lahme sich zusammen tun, wird daraus kein Marathonsieger“, sagte Klaus Nieding von der Aktionärsvereinigung DSW. „Beide Unternehmen haben zu viele übereinstimmende Geschäftsfelder, bis auf Abbau von Mitarbeitern käme dabei nichts heraus.“ Auch Großaktionäre zeigten sich ablehnend. Die Deutsche Bank sei nicht bereit für einen Zusammenschluss.

Spekulation damit wohl wieder durch

Beide Aktien legten heute zu Handelsbeginn noch einmal kräftig zu und lagen über 3 Prozent im Plus. Das grüne Vorzeichen konnte aber weder die Deutsche Bank noch die Commerzbank über die Ziellinie retten. Beide Wrtpapiere schlossen im Minus. Die Deutsche Bank hauchdünn, die Commerzbank über 1 Prozent.

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Wir fassen noch einmal zusammen:

Sollten es die Deutsche Bank und die Commerzbank am Ende miteinander versuchen, entstünde das mit Abstand größte deutsche Geldhaus. Es hätte eine Bilanzsumme von fast zwei Billionen Euro, 38 Millionen Privat- und mehrere zehntausend Firmenkunden sowie anfangs über 120.000 Mitarbeiter. Doch nach einer Fusion käme es zum Kahlschlag, zahlreiche Stellen würden verloren gehen.

Nicht neu ist:

Die Bundesregierung würde eine starke deutsche Bank begrüßen und fördern, beide Institute sind nicht komplett abgeneigt sich zusammen zu schließen und mit der Sache vertraute Personen aus beiden Häusern wissen das. Soll die Fusionsfantasie der beiden Banken etwas länger anhalten, dann sind neue Fakten gefragt: Ein heimliches Treffen in Berlin zwischen Bundesfinanzminister Olaf Scholz, Christian Sewing und Martin Zielke zum Beispiel. Das würde die Spekulation mal richtig anheizen!

Von Markus Weingran

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Bild: 360b / Shutterstock.com

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