ETF-Sparpläne werden als Alternative zum klassischen Sparbuch immer beliebter und bieten darüber hinaus in der Regel erfreulich hohe Renditen. Zudem locken Banken und Broker mit kostenlosen Sparplänen. Doch sind diese ETF-Sparpläne wirklich kostenlos? Welche Kosten fallen tatsächlich an?
In der Regel ist mit “kostenlos” lediglich gemeint, dass keine Sparplankosten erhoben werden. Beiträge für die Verwaltung der ETF sind jedoch zu zahlen. Diese Kosten sind zugegebenermaßen sehr gering, dennoch sollten sie bei der Entscheidung für einen ETF-Sparplan beachtet werden, denn langfristig können auch geringe Prozentzahlen die Rendite eines Sparplans empfindlich mindern. Erfahre hier mehr über diese indirekten Kosten und darüber, wann und warum sich ein ETF-Sparplan trotzdem lohnt.
Das Wichtigste zum Thema kostenlose ETF-Sparpläne kurz zusammengefasst
- Als kostenlose ETF-Sparpläne werden Angebote bezeichnet, für die keine Sparplankosten in Form von Ausführungskosten für den Sparplan gezahlt werden müssen.
- Depotgebühren können je nach Broker anfallen; viele Anbieter stellen jedoch ein Depot kostenlos (0 Euro Depotgebühr) zur Verfügung.
- Die laufenden Kosten für die Verwaltung der ETF werden jedoch kontinuierlich aus dem Fondsvermögen getragen, ohne dass es eine separate Abrechnung gibt.
- Diese laufenden Kosten belaufen sich bei günstigen Sparplan-Angeboten auf etwa 0,1 bis 0,6 Prozent vom Gesamtvolumen des Sparplans.
- Sobald die Prozentzahl der Gesamtkosten für den ETF-Sparplan geringer ist als die angebotenen Zinsen für ein Sparbuch, ergeben sich Chancen auf eine bessere Rendite als beim klassischen Sparen!
Was bedeutet “kostenlos” bei ETF-Sparplänen?
Viele Direktbanken und Broker werben mit kostenlosen ETF-Sparplänen. Dies soll den Wechsel von den immer noch beliebten Sparbüchern zum ETF-Sparplan attraktiver machen. Allerdings sollte man beachten, dass “kostenlos” nur in Hinsicht auf Sparplankosten gilt, eventuell wird die Depotführung ebenfalls kostenlos angeboten. Andere Arten von Gebühren, die mit der Verwaltung der ETFs einhergehen, fallen trotzdem an, diese Kosten werden als laufende Kosten bezeichnet und fallen je nach Fondsanbieter unterschiedlich hoch aus.
Welche laufenden Kosten fallen bei ETFs an?
Unter laufende Kosten fallen in der Regel folgende Gebühren:
- Verwaltungsgebühren: Diese umfassen die Kosten für die Fondsverwaltung und für die Arbeit der Fondsmanager.
- Lizenzgebühren: Für die Nutzung des abgebildeten Index fallen Lizenzgebühren an.
- Sonstige Betriebskosten: Sonstige Kosten der Depotbank können ebenfalls zu den laufenden Kosten gehören.
- Marketing und Vertriebskosten: Vertriebs- oder Marketingkosten können separat anfallen und sind nicht in jedem Fall Teil der laufenden Kosten.
Gut zu wissen: Falls die laufenden Kosten eines ETFs beispielsweise bei 0,3 Prozent liegen, werden diese 0,3 Prozent jährlich direkt aus dem Fondsvermögen entnommen, mindern also das Gesamtvolumen. Dies alles geschieht automatisch, es gibt dazu keine gesonderte Abrechnung auf dem Kontoauszug. Die laufenden Kosten müssen nicht separat gezahlt werden. Die Wertentwicklung des ETF ist immer bereits nach Abzug dieser Kosten ausgewiesen.
Wo finde ich die Höhe der laufenden Kosten?
Die Höhe der auf jeden Fall anfallenden Gebühren findest du auf unserer Seite unter "laufenden Kosten" in der Nähe des aktuellen Kurses. Ferner findest du die laufenden Kosten in der Regel auf den Websites des jeweiligen ETF-Anbieters, im Factsheet des ETFs oder im Prospekt des Fonds. Schau dir diese Angaben unbedingt an, bevor du dich für einen ETF-Sparplan entscheidest, es lohnt sich!
Was sind günstige Raten von laufenden Kosten?
Günstige Raten für laufende Kosten sind vor allem bei passiv verwalteten ETFs zu finden. Idealerweise liegen die Prozentsätze zwischen 0,04 bis 0,1 Prozent bei extrem günstigen Angeboten und zwischen 0,1 bis 0,3 Prozent bei günstigen Angeboten. Alles darüber hinaus bis etwa 0,6 Prozent gilt als eher mittelmäßiger Wert.
Kosten für Depot, Sparplan und laufende Kosten stets zusammen betrachten! Neben dem Prozentsatz der laufenden Kosten sollten unbedingt auch die weiteren Kosten (Ordergebühren, Kosten für Depotführung und Ausführungskosten des Sparplans beachtet werden, nur das Gesamtbild zeigt, welche Anlagen sich von den Kosten her anbieten. Dazu kommt selbstverständlich die Betrachtung der Renditeentwicklung bei den einzelnen ETF-Sparplänen als wichtigster Aspekt bei der Entscheidung für eine Anlage.
Was ist eine teure Rate an laufenden Kosten?
ETF-Sparpläne basieren in der Regel auf passiv verwalteten ETFs und sind daher von den Gebühren her weitaus kostengünstiger als aktiv verwaltete ETFs. Bei aktiv gemanagten Fonds liegt der Prozentsatz oft zwischen 1,2 Prozent und 2,6 Prozent, häufig sogar noch höher. Für Sparpläne gelten Werte von 0,6 bis 0,9 Prozent für Standard-ETF-Sparpläne schon als hoch, für Spezial-ETF können diese Raten jedoch durchaus angemessen sein.
Welche Kosten können zusätzlich zu den laufenden Kosten anfallen?
Zusätzlich zu den allgemeinen Kosten für Fondsverwaltung, Betriebskosten, Lizenzen und eventuell Marketingkosten können bei ETF-Sparplänen folgende Kosten anfallen:
Depotgebühren
Für das Depot, also die Aufbewahrung von Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien, Anleihen, Fonds oder ETFs, erheben Banken und Broker sogenannte Depotgebühren. Bei vielen Brokern wird entweder allgemein oder insbesondere für ETF-Sparpläne häufig eine kostenlose Depotführung angeboten.
Wie du das für dich passende Depot findest, erfährst du im Depot-Vergleich von onvista.
Ordergebühren und Sparplankosten
Bei jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren fällt eine Ordergebühr (Transaktionsgebühr) an. Diese wird entweder als fester Betrag oder als Prozentsatz vom Wert der Transaktion erhoben. Bei ETF-Sparplänen fallen dahingehend Ausführungskosten des Sparplans an, diese werden häufig auch als Sparplankosten bezeichnet. Viele Broker erheben jedoch diese Gebühren nicht für ausgewählte Sparpläne und bezeichnen diese ETF-Sparpläne in Folge als “Kostenlose ETF-Sparpläne”.
Einen Überblick über alle Depotgebühren und Ordergebühren bietet der Broker-Vergleich von onvista.
Spread
Als Spread wird die Differenz zwischen dem Ankaufskurs (Briefkurs) und dem Verkaufspreis (Geldkurs) bezeichnet. Der ETF wird teuer gekauft (Ask-Preis) und günstiger verkauft (Bid-Preis). Bei liquiden ETFs mit einem hohen Volumen ist der Spread in der Regel relativ gering (oft unter 0,1 Prozent), kann aber bei illiquiden ETFs höher sein und im Endeffekt dann doch ins Gewicht fallen.
Währungsumrechnungsgebühren
Falls dem Sparplan ETFs zugrunde liegen, die im Ausland zu ausländischen Währungen gehandelt werden, besteht nicht nur ein Wechselkursrisiko, sondern es werden in der Regel auch Währungsumrechnungsgebühren erhoben.
Fonds-interne Transaktionskosten
Zusätzlich zu den laufenden Kosten können Fonds-interne Transaktionskosten oder auch Erträge entstehen, wie beispielsweise aus Umschichtungen, Dividenden Reinvestition oder Securities Lending. Diese Kosten werden nicht in jedem Fall in den laufenden Kosten ausgewiesen.
Welche Bedeutung haben die Kosten eines ETF-Sparplans für die Rendite?
Die für einen ETF-Sparplan anfallenden Kosten beeinflussen die Rendite. Deshalb sind kostenlose Sparpläne, für die weder Depot- noch Ausführungskosten des Sparplans anfallen, grundsätzlich eine gute Idee, um die Rendite eines ETF-Sparplans nicht durch hohe Kosten zu mindern.
Kosten für Sparplan mindern die Rendite
Neben den Kosten für Depotführung und Ausführungskosten des Sparplans (die bei ETF-Sparplänen in vielen Fällen entfallen) sollte zusätzlich die Höhe der sonstigen Kosten eines Sparplans beachtet werden. Diese fallen auch bei kostenlosen Sparplanangeboten an und mindern somit die Rendite.
Wann lohnt sich ein ETF-Sparplan im Vergleich zum Sparbuch?
Grundsätzlich bietet ein ETF-Sparplan Chancen auf eine bessere Rendite als ein klassisches Sparbuch, wenn die erwartete Rendite des ETF-Sparplan nach Abzug aller Kosten höher ist als die Zinsen für das Sparbuch.
Dies bedeutet:
- Wenn die Summe der Kosten für Depotführung, Ausführungskosten des Sparplans (Sparplankosten) sowie der laufenden Kosten eines ETF-Sparplans prozentual geringer ist als die Zinsen für ein Sparbuch, dann bietet ein ETF-Sparplan zumindest Chancen auf mehr Rendite als beim traditionellen Sparen.
- Addiere daher zunächst alle Kosten für Depotführung und anfallende Sparplankosten pro Jahr, rechne die laufenden Kosten dazu und setze dies alles ins Verhältnis zu den angebotenen Zinsen für ein Sparbuch.
- Wenn du dich für komplett kostenlose ETF-Sparpläne (weder Gebühren für das Depot noch für den Sparplan) entscheidest, kannst du im ersten Schritt lediglich die Prozentzahl der laufenden Kosten mit der Prozentzahl der Zinsen fürs Sparbuch vergleichen.
- Da die Rate für die laufenden Kosten in der Regel für Sparpläne weniger als ein Prozent beträgt, fällt die Betrachtung im Normalfall pro ETF-Sparplan aus. Beachte in diesem Zusammenhang, dass dabei die Rendite noch keine Größe in dieser Rechnung darstellt.
- Entscheidend ist stets die erwartete Rendite des ETF-Sparplans minus aller Kosten, diese muss höher sein als der Sparbuchzins, damit ein ETF-Sparplan voraussichtlich vorteilhafter ist.
Wichtig: ETF-Sparpläne bieten Chancen auf Rendite, aber keine festen Renditezusagen. Bitte beachte, dass Renditen von ETF-Sparplänen stets nur für vergangene Zeiten vorliegen und es keine festen Renditeversprechen für die Zukunft gibt. Durch die vorliegenden Erfahrungswerte kann zwar eine Prognose für die Entwicklung vorgenommen werden, da jedoch alles von der Entwicklung des zugrundeliegenden Index auf dem Aktienmarkt abhängt, sind Änderungen und Schwankungen möglich.
Laufende Kosten mindern Rendite durch Reduzierung der Wachstumsbasis
Die Kosten für Fondsverwaltung, Lizenzen und sonstige Betriebskosten von ETFs mindern die Wachstumsbasis des Fonds. Da dies jedes Jahr prozentual von neuem geschieht, tritt quasi ein negativer Zinseszinseffekt auf, das heißt, es erfolgt jedes Jahr ein größerer Abzug, der die Basis für den Wertzuwachs und damit im Endeffekt die Rendite mindert. Daher ist es wichtig, auf eine niedrige Rate für die laufenden Kosten zu achten. Schon ein Unterschied von 0,2 Prozent zu 0,4 Prozent kann über die Jahre einen nicht unerheblichen Effekt verursachen, der sogar hunderte Euro Differenz ausmachen kann, je nach Höhe des angesparten Vermögens.
Wie finde ich den besten kostenlosen ETF-Sparplan?
ETF-Sparpläne bieten die Möglichkeit, mit geringen monatlichen Beträgen im Laufe der Zeit ein Vermögen aufzubauen. Viele Eltern nutzen beispielsweise diese Chance, Rücklagen für die Ausbildung der Kinder zu bilden, mit Hilfe eines Kinderdepots.
Alle wichtigen Tipps, worauf du bei der Auswahl eines ETF-Sparplans achten solltest, findest du im Vergleich ETF-Sparplan-Broker. Hier erfährst du mehr über die anfallenden Kosten, über die Anzahl der kostenlosen Sparpläne, über die Art der Anlage und erhältst zudem viele Tipps zur Auswahl des richtigen Brokers für deinen Sparplan.
Unterschied zwischen einzelnen Aktionen und langfristig kostenlosen ETF-Sparplänen
Achte bei der Auswahl eines ETF-Sparplans darauf, ob dieser dauerhaft kostenlos im Hinblick auf Depot- und Ausführungskosten des Sparplans angeboten wird oder ob es sich lediglich um eine befristete Aktion handelt, wenn beispielsweise die Gebühren nur in den ersten drei Jahren entfallen. Häufig entstehen nach Ablauf des Aktionszeitraums hohe Kosten, die die Rendite des Sparplans in Folge negativ beeinflussen.
Welche Alternativen gibt es zum kostenlosen ETF-Sparplan?
Neben dem langfristigen Aufbau von Vermögen durch regelmäßige Einzahlungen, kannst du auch folgende Anlagen in Betracht ziehen:
- Anlage eines bestehenden Vermögens in ETFs
- Mischform aus Sparplan und Einmalanlage
- Direktkäufe von ETF-Anteilen
- Investition in Aktienfonds
- Direkte Investitionen in bestimmte Einzelaktien
Informiere dich über diese alternativen Anlageformen am besten hier:
Warum kostenlose ETF-Sparpläne nicht ganz kostenlos sind
Wenn ETF-Sparpläne als kostenlos beworben werden, stimmt dies nur zum Teil. In der Tat fallen lediglich keine Ausführungskosten des Sparplans und eventuell auch keine Depotführungsgebühren an. Laufende Kosten für Fondsverwaltung, sonstige Betriebskosten und Lizenzen sowie teilweise auch für Marketing werden dennoch erhoben. Zugegebenermaßen sind diese Kosten relativ gering, sollten jedoch bei der Auswahl von kostenlosen ETF-Sparplänen beachtet und miteinander verglichen werden. Damit du keine bösen Überraschungen erlebst und wirklich den für dich günstigsten Sparplan findest.
Mehr Informationen zu den besten Brokern und ETF-Sparplänen findest du hier:



