Wer erfolgreich an der Börse spekulieren, Aktien, ETFs und Anleihen kaufen und verkaufen oder mit ETF-Sparplänen langfristig Vermögen aufbauen möchte, benötigt einen kompetenten Broker. Deren Angebote und Kosten unterscheiden sich teilweise erheblich und es kann sein, dass der früher einmal gewählte Broker nicht mehr zu den eigenen Ansprüchen und Wünschen passt. Wenn du also entweder weniger Geld ausgeben willst für den Broker oder dir neue Anlagemöglichkeiten wünschst, dann solltest du über einen Depotwechsel nachdenken. Der Wechsel ist in der Regel zwar für inländische Wertpapiere kostenlos möglich, du solltest jedoch einige Aspekte im Vorfeld beachten. Erfahre hier mehr darüber, wann ein Brokerwechsel sinnvoll ist und wie du ihn mit unserer Checkliste erfolgreich abwickeln kannst.
Das Wichtigste zum Thema Brokerwechsel
- Ein Brokerwechsel ist in Deutschland meist kostenlos.
- Bei Übertragung ins Ausland und bei bestimmten Wertpapieren können Kosten anfallen, zudem können Kosten Dritter weitergereicht werden.
- Triftige Gründe für einen Wechsel sind vor allem günstigere Gebühren und mehr Auswahl an Anlagemöglichkeiten und Sparplänen.
- Ein Depotwechsel kann steuerliche Folgen mit sich bringen.
- Verlustverrechnungstöpfe werden nicht automatisch, sondern lediglich auf Antrag übertragen, Freibeträge müssen neu erteilt werden.
- Es ist möglich, statt eines Brokerwechsels ein weiteres Depot zu eröffnen, falls dies gewünscht ist.
Was bedeuten Broker und Depot - einfach erklärt: Ein Broker fungiert im Finanzbereich als Schnittstelle zwischen Anleger und Markt und arrangiert als Vermittler oder Zwischenhändler den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren wie Aktien oder ETFs. Für die Führung eines Depots ist eine Depotbank zuständig, der Wechsel eines Brokers bringt oft einen Depotwechsel mit sich.
Gründe für einen Brokerwechsel
Bin ich noch beim richtigen Broker? Diese Frage stellen sich immer mehr Anleger. Das kann verschiedene Gründe haben:
Zu hohe Gebühren des Brokers
Viele Broker erheben keine Depotgebühren mehr, sondern finanzieren sich über Ordergebühren, Handelsplatzentgelte oder indirekte Kosten, die bei Transaktionen (Käufen und Verkäufen) anfallen. Bei Sparplänen spricht man in diesem Zusammenhang auch von Sparplankosten. Die Gebühren können im Vergleich zu anderen Brokern durchaus sehr unterschiedlich hoch ausfallen. Einige Broker bieten für bestimmte Anlagen (beispielsweise ETF-Sparpläne) kostenlose Depotführung sowie Ausführung der Sparpläne an. Die Produktvielfalt fällt hier sehr unterschiedlich aus. Ein Vergleich lohnt sich! Prüfe daher regelmäßig, ob die Kosten für dein Depot, die Transaktionen und die Sparpläne noch attraktiv sind.
Du willst verschiedene Broker hinsichtlich ihrer Gebühren vergleichen? Dann schaue dir den onvista Broker-Vergleich an. Hier findest du nicht nur eine Übersicht über alle wichtigen Gebühren pro Broker, sondern auch stets aktuelle Tipps für den besten Broker:
Depotwechsel Prämie bei anderen Brokern
Um Anleger zu einem Depotwechsel zu motivieren, bieten Banken und Broker häufig Neukundenprämien an. Aktuelle Informationen zu Prämien dieser Art findest du beispielsweise hier. Schaue Dir die Konditionen dazu jeweils detailliert an, vor allem im Hinblick auf die langfristige Kostenstruktur. Eine Prämie alleine macht noch kein gutes Angebot, auch die Gebühren für Order und Depotführung müssen passen!
Broker bietet nicht das passende Angebot
Nicht alle Broker bieten alles an. Falls du beispielsweise auch an ausländischen Börsen handeln willst, außerbörslichen Handel aufnehmen möchtest oder eine größere Auswahl an ETFs oder Sparplänen suchst: Manchmal geht das nur mit einem neuen Broker.
Broker bietet keine passenden kostenlosen ETF-Sparpläne oder Kinderdepots
Du möchtest langfristig Vermögen aufbauen, entweder für deine Kinder oder für deine Alterssicherung? Dann findest du bei vielen Brokern eine Reihe von kostenlosen Sparplänen und Kinderdepots. Allerdings unterscheidet sich das Angebot teilweise erheblich von Broker zu Broker. Es kann daher sinnvoll sein, den Broker zu wechseln oder ein neues Depot zu eröffnen für Sparpläne und Kinderdepots.
Apps und Tools funktionieren nicht richtig
Du ärgerst dich immer wieder über die App oder über die Tools zum Traden bei deinem Broker? Die derzeitige App ist nicht intuitiv zu bedienen und kostet dich Nerven? Du kannst nicht in Echtzeit traden, denn entweder stürzt das Programm beim Handeln plötzlich ab oder es gibt Zeitverzögerungen, die dir den Zugang zu den gerade eben noch günstigen Kursen verbauen? Dann könnte der Wechsel zu einem anderen Depotanbieter alleine aus diesen Gründen sinnvoll sein.
Support und Kundenservice entspricht nicht den Erwartungen
Du wünschst dir mehr persönlichen Service oder einen schnelleren Support bei Problemen mit der App? Du willst nicht in ewig langen Telefon-Warteschleifen hängen, wenn die App nicht funktioniert, sondern du brauchst schnell Hilfe? Du hattest dich damals für einen sehr günstigen Neo-Broker entschieden, du merkst jedoch, dass du mehr Beratung benötigst? Dann schaue dir bevorzugt Broker an, die Full-Service bieten, dich beim Wertpapierhandel umfassend unterstützen oder laut Bewertungen einen schnellen und effizienten Kundenservice bei Problemen anbieten.
Wie finde ich den richtigen Broker?
Die Suche nach einem neuen Broker sollte mit Bedacht angegangen werden. Setze dich daher im Vorfeld eines Depotwechsels mit den folgenden Fragestellungen auseinander:
Anlageformen und Ziele
Wie und was will ich anlegen? Das ist die erste Frage, die du dir stellen solltest. Denn für ETF-Sparpläne gibt es beispielsweise andere Aspekte zu beachten als für Investitionen in Aktien oder für die Einmalanlage eines bestehenden Vermögens. Für ETF-Sparpläne werden beispielsweise häufig Modelle mit kostenlosen Sparplan Gebühren angeboten, für Aktien und ETFs gelten hingegen komplett andere Bedingungen. Überlege daher genau, wie deine Anlagestrategie für die nächsten Jahre aussehen soll und prüfe die Angebote der verschiedenen Broker dementsprechend.
Häufigkeit der Order
Wichtig für die Entscheidung zum Depotwechsel ist auch die Frage, ob für dich die Höhe der Transaktionsgebühren entscheidend ist. Wenn du häufig Orders platzierst, also häufig kaufst und verkaufst, sind hohe Ordergebühren schlecht für die Rendite, falls du hingegen nur einmalig Vermögen anlegen willst, sind eventuelle Depotgebühren der wichtigere Kostenfaktor, der vermieden werden sollte.
Prämie für Depotwechsel versus Kosten für neues Depot
Manchmal kommt der Wunsch nach einem Depotwechsel auf, wenn Anbieter sehr attraktive Prämien für Neukunden anbieten. Lasse dich bei solchen Angeboten nicht vorschnell zu einem Wechsel überreden, sondern prüfe vorab, wie sich die regelmäßigen Kosten für das neue Depot langfristig entwickeln werden und ob die Prämie ausreicht, um eventuell höhere Kosten beim neuen Depot auszugleichen.
Funktionalität der App
Nicht zu vernachlässigen bei der Bewertung eines Depots sind auch die Funktionalität der App und der Online-Tools zum Traden. Dies gilt vor allem dann, wenn du häufig und zeitkritisch investieren möchtest, beispielsweise in Aktien. Eine einfach zu bedienende App, die schnelle Order ermöglicht, ist für den Erfolg deiner Investitionen mitunter sehr wichtig. Schaue dir daher die App des Anbieters möglichst vorab an oder prüfe die Erfahrungsberichte der Nutzer. Überlege zudem, welche Art und welchen Umfang von Kundenservice du erwartest. Willst du alles online erledigen oder benötigst du zwischendurch persönlichen Rat? Wünschst du dir ein schnell erreichbares Support-Team, das dich bei Problemen mit der App unterstützt? Auch hier bieten Bewertungen von aktiven Nutzern wichtige Hinweise .
Wie funktioniert ein Depotwechsel?
Für den Wechsel eines Depots ist in der Regel folgendes zu tun:
Neuen Broker auswählen
Der wohl wichtigste Schritt für den Depotwechsel ist die Auswahl des neuen Brokers. Nehme dir dazu ausreichend Zeit. Erst wenn alles geklärt ist und feststeht, welche Anlagen du übertragen kannst, solltest du ein neues Depot eröffnen und anschließend den Antrag auf Depotübertragung stellen.
Besonderheiten bei der Übertragung beachten
Zum Handel mit Wertpapieren benötigst du zwingend ein Verrechnungskonto, das mit dem Wertpapierdepot verknüpft ist und über das alle Transaktionen abgewickelt werden. Dies kann eventuell dein Girokonto sein, falls dein Broker gleichzeitig deine Bank ist, ansonsten kann der Broker dir ein separates Verrechnungskonto einrichten. Prüfe dies im Vorfeld und beachte auch Besonderheiten bei der Übertragung von Sparplänen und Bruchstücken von Wertpapieren.
Kann ich auch Bruchstücke von Wertpapieren in ein neues Depot übertragen? Bruchstücke von Wertpapieren sind in der Regel nicht übertragbar und verbleiben im alten Depot. Je nach Broker können sie verkauft oder ausgebucht werden. Erzielte Gewinne aus einem Verkauf gehen auf das Verrechnungskonto und sind steuerlich zu berücksichtigen, falls damit der Freibetrag für Kapitalerträge überschritten und keine Verlustverrechnung möglich ist. Einige wenige Broker bieten als Ausnahme die Übertragung von Bruchstücken an.
Checkliste: Schritt-für-Schritt-Anleitung Depotwechsel
Damit der Depotwechsel gelingt, haben wir für dich eine Checkliste erstellt, der du ganz einfach folgen kannst:
Vorbereitung
- Prüfen, welche Broker für die gewünschten Investitionen in Frage kommen
- Konditionen der in Frage kommenden Broker vergleichen
- Prüfen, ob der neue Broker alle bestehenden Anlagen übernehmen kann
- Legitimationsverfahren erfragen
- Entscheidung für einen neuen Broker treffen!
Neues Depot eröffnen
- Neues Konto beim gewünschten Broker eröffnen
- Identitätsprüfung durchführen
- Zugangsdaten sicher notieren und aufbewahren
- Referenzkonto (Verrechnungskonto) hinterlegen
- App und Web Tools testen
Depotübertragung beantragen
- Formular Depotübertragung beim neuen Broker herunterladen oder direkt online ausfüllen
- Wichtige Angaben hierbei: Depotnummer alt, Depotnummer neu, Persönliche Daten (Geburtsdatum, Adresse)
- Übertragungstyp auswählen (Komplettübertrag oder Teilübertrag)
- Übertragung Verrechnungstöpfe und steuerliche Daten beantragen
- Eventuelle Eigentümerwechsel (beispielsweise bei Schenkungen) angeben
- Übertragung ETFs / Sparpläne / Fonds separat prüfen, hier gibt es Sonderfälle zu beachten
- Formular unterschreiben und absenden
Besonderheiten beim Depotwechsel beachten
- Eventuelle offene Orders beim alten Broker vorher löschen
- Sparpläne vorab kündigen
- Dividenden / Erträge können auch nach dem Übertrag zunächst noch auf dem alten Konto eingehen, es können Verzögerungen aufgrund von Dividenden-Terminen auftreten
- Steuerliche Themen beachten (siehe Steuerliche Auswirkungen Depotwechsel)
Nach der Depotübertragung
- Bestand im neuen Depot kontrollieren hinsichtlich Stückzahlen, Kursen, Anschaffungsdaten
- Positionen, die im alten Broker kostenlose Sparpläne hatten, beim neuen Broker prüfen
- Bei internationalen Aktien eventuellen Lagerstellenwechsel beachten
- Prüfen, ob alle Fonds und ETFs korrekt angezeigt werden
- Sparpläne neu anlegen
- Alte Sparpläne pausieren oder kündigen
- Verlustverrechnungstöpfe prüfen, eventuell beim alten Broker Antrag auf Übertrag stellen
- Steuerbescheinigungen beim alten Broker herunterladen
Optional: Altes Depot schließen
- Prüfen, ob noch Restbeträge, Dividenden oder Depotgebühren offen sind
- Kündigungsformular einreichen
- Daueraufträge und Abbuchungen löschen
- Bestätigungen aufbewahren
Merke: Erst neues Depot eröffnen, dann übertragen!
Kann ich mehrere Depots gleichzeitig führen? Es ist durchaus möglich, mehrere Depots gleichzeitig bei verschiedenen Brokern zu führen. Dies kann die Übertragung überflüssig machen, erschwert jedoch die Übersichtlichkeit. Zudem kann es dazu führen, dass doppelt oder mehrmals Depotgebühren bezahlt werden müssen. Falls der neue Anbieter daher auch das bisherige Anlageportfolio anbietet, empfiehlt sich tendenziell eher eine Übertragung, für kostenlose ETF-Sparpläne wäre ein zusätzliches Depot statt einer Übertragung aus Kostensicht jedoch durchaus eine Alternative.
Wie lange dauert ein Depotwechsel?
Gemäß Rechtsprechung und Branchenpraxis soll ein Depotübertrag innerhalb von etwa drei Wochen erfolgen, insofern alle Unterlagen vorliegen und es sich um inländische Wertpapiere handelt. In der Praxis sieht es allerdings im Detail tendenziell eher so aus:
- Inländische Wertpapiere: Die Depotübertragung dauert etwa zwei bis vier Wochen.
- Ausländische Wertpapiere: Hier kann die Übertragung länger dauern, oft sogar bis zu vier oder sechs Wochen.
- ETF-Sparpläne: Diese müssen vom Anleger selbst beendet oder pausiert werden, die bereits erworbenen ETF-Anteile können auf Antrag übertragen werden. Dies dauert in der Regel zwei bis acht Wochen, je nach Art des Sparplans. Ein neuer Sparplan kann beim neuen Broker auf Wunsch sofort begonnen werden.
- Fonds: Die Übertragung von Fonds gilt als komplex und besonders aufwändig und kann manchmal auch länger als sechs Wochen dauern.
Kein Verkauf während der Depotübertragung. Beachte bitte bei der Planung, dass die von der Übertragung betroffenen Wertpapiere während des Depotwechsels nicht frei verfügbar sind, ein Verkauf ist daher in dieser Zeit nicht möglich!
Was kostet ein Brokerwechsel?
In der Regel ist ein Depotwechsel in Deutschland kostenlos bei der Übertragung von inländischen Wertpapieren. Zusatzgebühren können jedoch bei exotischen Werten, speziellen Wertpapieren oder bei internationalen Anbietern anfallen. Laut BGH darf der alte Anbieter zwar keine Gebühren verlangen, kann jedoch Kosten Dritter weiterreichen. Dies geschieht in der Praxis eher selten, oft werden Kosten dieser Art auch vom neuen Broker übernommen. Beachte bitte, dass ein Wechsel zu ausländischen Banken oder Brokern durchaus mit Zusatzkosten einhergeht.
Kosten-Nutzen-Abwägung beim Brokerwechsel
Obwohl ein Depotwechsel in Deutschland überwiegend kostenlos möglich ist, bedeutet er dennoch zeitlichen Aufwand für Antragstellung, Überprüfung und für die Klärung steuerlicher Themen. Ein Wechsel des Brokers sollte sich daher finanziell oder von den erweiterten Möglichkeiten zur Anlage her lohnen.
Steuerliche Auswirkungen Depotwechsel
Ein Depotwechsel kann unterschiedliche steuerliche Auswirkungen haben. Zwar ist grundsätzlich der reine Übertrag von Wertpapieren von einem Depot auf ein anderes innerhalb Deutschlands steuerneutral, dies gilt jedoch nicht, wenn es im Zuge des Depotwechsels zu Verkäufen kommt. Darüber hinaus werden Freibeträge nicht automatisch übertragen, sondern müssen neu erteilt werden.
Steuerliche Auswirkungen beim Verkauf von Wertpapieren
Falls Wertpapiere verkauft werden sollen, weil sie im Rahmen eines Depotwechsels nicht übertragen werden können, werden die erzielten Gewinne (wie alle Gewinne aus dem Handel mit Wertpapieren) mit der Abgeltungssteuer belegt, eventuell zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, falls keine Freibeträge oder Verlustverrechnungstöpfe genutzt werden. Bewahre unbedingt alle Steuerbescheinigungen der letzten Jahre auf, um Unklarheiten klären zu können.
Steuerliche Auswirkungen Depotwechsel auf Verrechnungstöpfe
Verluste können unter bestimmten Voraussetzungen mit anderen Kapitalerträgen verrechnet werden. Aktienverluste dürfen dabei ausschließlich mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden, jedoch nicht mit Zinsen oder beispielsweise ETF-Erträgen. Bei einem Depotwechsel können diese Verrechnungstöpfe zusammen mit den Wertpapieren zum neuen Broker mitgenommen werden, dies muss bei der Übertragung beantragt werden. Bei einem Depotübertrag ins Ausland gelten steuerliche Besonderheiten, dies solltest du bedenken und mit einem Steuerberater besprechen. Beachte in diesem Zusammenhang, dass bei Brokern im Ausland in der Regel kein automatischer Steuerabzug erfolgt, die Versteuerung muss daher selbständig über die Steuererklärung erfolgen.
Bedeutung von Verlustbescheinigungen
Falls du Kapitalerträge oder Verluste bei verschiedenen Banken und Brokern erzielst, solltest du dort jeweils vor Jahresende eine Verlustbescheinigung beantragen, damit eine Verrechnung der Verluste, sofern rechtlich möglich, im Rahmen der Steuererklärung erfolgen kann.
Steuerliche Auswirkungen Depotwechsel auf Freibeträge
Wenn du deiner bisherigen Depotbank Freistellungsaufträge für die Kapitalertragsteuer übermittelt hattest, so werden diese nicht automatisch auf die neue Depotbank übertragen. Denke also daran, die Freistellungsaufträge neu zu erteilen. Falls du das vergessen hast, kann die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer bis zum Freibetrag bei der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.
Auswirkung thesaurierender Anlagen auf die Steuerlast bei einem Depotwechsel
Thesaurierende Anlagen können bei einem Depotwechsel spezielle steuerliche Auswirkungen mit sich bringen:
- Obwohl die Erträge bei diesen Anlagen nicht ausgeschüttet, sondern automatisch angelegt werden, unterliegen sie dennoch der Versteuerung
- In Deutschland erfolgt dies im Rahmen der sogenannten Vorabpauschale, die jährlich als fiktiver Ertrag angesetzt wird.
- Ein Depotwechsel führt bei einem reinen Übertrag der thesaurierenden Anlagen zwar grundsätzlich nicht zu einer unmittelbaren Steuerlast, wichtig ist jedoch, dass alle steuerlich relevanten Daten (vor allem Anschaffungsdaten und -kosten sowie bereits versteuerte Vorabpauschalen) korrekt an das neue Depot übertragen werden. So kann eine spätere Doppelbesteuerung vermieden werden.
- Erfolgt der Depotwechsel ins Ausland, können eventuell Entstrickungs- oder Wegzugsbesteuerung anfallen, dies betrifft in der Regel jedoch nur größere Unternehmensbeteiligungen und keine klassischen ETF-Anlagen.
- Werden thesaurierende Anlagen im Rahmen des Wechsels verkauft, kann eine Besteuerung aller noch nicht im Rahmen der Vorabpauschale versteuerten Gewinne fällig werden.
Befolge daher diese Tipps:
- Kläre das Thema deiner thesaurierenden Anlagen daher am besten vorab mit einem Steuerberater.
- Achte unbedingt darauf, dass alle steuerlichen Informationen beim Depotwechsel vollständig übertragen werden.
Wann ist ein Depotwechsel sinnvoll?
Der Wechsel eines Depots bietet sich vor allem dann an, wenn die bisherigen Gebühren zu hoch sind oder das Angebot an Anlagemöglichkeiten oder Sparplänen nicht (mehr) den eigenen, langfristigen Wünschen entspricht. Zögere nicht, dein Depot deinen Anlagestrategien anzupassen und außerdem in vielen Fällen Gebühren zu sparen.
Vorteile Depotwechsel
Der Wechsel des Depots kann dir folgende Vorteile verschaffen:
- Niedrigere Gebühren für Depot, Order und Sparpläne.
- Größeres Angebot an Anlagemöglichkeiten.
- Mehr Auswahl an kostengünstigen Sparplänen.
- Bessere Apps und bessere Bedienbarkeit der Online-Tools.
Nachteile Depotwechsel
Neben den Vorteilen eines Depotwechsels sollten folgende Aspekte beim Brokerwechsel beachtet werden:
- Die Übertragung kann mehrere Wochen dauern.
- Während der Übertragung ist bei den betroffenen Wertpapieren kein Handel möglich.
- Steuerliche Freibeträge werden nicht automatisch übertragen, sondern müssen neu erteilt werden.
- Verrechnungstöpfe und steuerliche Daten werden nur auf Antrag übertragen.
- Die Übertragung eines Depots ins Ausland kann mit besonderen Herausforderungen verbunden sein.
- Bei exotischen und speziellen Wertpapieren müssen Besonderheiten beachtet werden.
Wann ein Depotwechsel sich für dich lohnen kann
Wenn der bisherige Broker im Vergleich zu anderen Anbietern zu hohe Gebühren verlangt oder nicht mehr die gewünschte Auswahl an Anlagen bietet, kann sich ein Brokerwechsel lohnen. Langfristig können mit einem Wechsel des Depots dann sowohl Kosten gespart als auch neue Anlagen oder Sparpläne verwirklicht werden. Prüfe daher regelmäßig, ob dein aktueller Broker noch von den Gebühren her attraktiv ist und wirklich alles anbietet, was du dir an Anlageformen wünschst. Den Depotwechsel kannst du dann mithilfe unserer Checkliste einfach und schnell abwickeln. Die Auswahl des passenden Brokers kannst du mithilfe des Broker-Vergleichs von onvista vornehmen.

