Adler Group-Aktie: Ist sie nach 86,3 % Kursanstieg ein Kauf?

The Motley Fool · Uhr

Adler Group (WKN: A14U78)-Aktien sind seit ihrem Tief im Oktober 2022 bereits um mehr als 86 % gestiegen (28.11.2022). Setzt sich der Aufschwung fort oder fallen sie noch tiefer?

Gründe für die jüngste Adler Group-Rallye

Das angeschlagene Wohnimmobilien-Unternehmen hat sich mit 45 % seiner Anleihegläubiger über eine Schuldenrestrukturierung geeinigt. Sie haben zugestimmt, die Frist für eine im Juli 2024 fällige Anleihe im Wert von 400 Mio. Euro um ein Jahr zu verlängern. Im Gegenzug erhöht sich allerdings auch der Zinssatz um 2,75-%-Punkte.

Die in den Anleihebedingungen festgehaltene Frist zur Veröffentlichung des 2022er-Geschäftsberichts verlängert sich bis zum Jahresende 2023.

Die Adler Group hat darüber hinaus einer Fremdfinanzierung von bis zu 937,5 Mio. Euro zu einem Zinssatz von 12,5 % zugestimmt. Sie läuft bis zum 30. Juni 2025 und ist mit einem Eigenkapitalinstrument verbunden.

Die neuen Schulden nutzt die Adler Group zur Refinanzierung von Finanzverbindlichkeiten, die in den nächsten Jahren fällig werden. Davon profitieren auch die Tochterunternehmen Adler Real Estate (WKN: 500800) und Consus Real Estate (WKN: A2DA41).

Die Besicherung erfolgt durch die Adler Group. Sie steht jedoch unter dem Vorbehalt eines positiven Sanierungsgutachtens, einer Anpassung der Anleihebedingungen, der Bereitstellung der vereinbarten Sicherheiten sowie weiterer marktüblicher Vollzugsbedingungen.

Der Konzern will darüber hinaus das Management um einen Restrukturierungsbeauftragten und den Verwaltungsrat um ein geschäftsführendes Mitglied mit umfassender Kapitalmarkterfahrung ergänzen. Er versucht so, das Schlimmste abzuwenden und die Finanzen zu stabilisieren.

Einschätzung des Aufsichtsratsvorsitzenden

„Damit wurde eine existenzbedrohende Situation für die Adler Group abgewendet, da wir jetzt – in dieser Marktsituation – nicht unter dem Druck stehen, gute Assets weit unter Wert verkaufen zu müssen und auch Zeit für die Prüfung der Gruppe gewonnen haben. In den letzten Wochen befand sich die Adler Group in einem perfekten Sturm – kein Wirtschaftsprüfer, enge Fristen, schlechte Marktbedingungen und eine sinkende Liquidität. Mit den aktuellen Entwicklungen können wir unseren Kurs nun wieder stärker selbst bestimmen und haben Zeit, unseren weiteren Weg zu planen“, so der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Artur Stefan Kirsten.

Risiken bleiben weiterhin hoch

Zwar verschafft sich die Adler Group mit der Einigung etwas mehr Freiraum und Zeit, aber ob sie die schwere Zeit übersteht, ist weiterhin offen. So könnten sich infolge der steigenden Zinsen die Finanzierungskosten weiter erhöhen, und das könnte die Liquidität belasten. Allein im zweiten Quartal 2022 stiegen sie von 198,9 auf 413 Mio. Euro.

Zeitgleich sinken derzeit die Immobilienpreise, wodurch neue Wertberichtigungen drohen. Aus diesem Grund musste die Adler Group im ersten Halbjahr 2022 einen Verlust in Höhe von -604,4 Mio. Euro ausweisen. Mit der Marktentwicklung stieg zum Halbjahr 2022 gegenüber Ende 2021 auch die Leerstandsquote von 1,1 auf 1,6 %.

Darüber hinaus hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht im Jahresabschluss 2019 Fehler in der Rechnungslegung festgestellt.

Die Aktien bleiben deshalb weiterhin eher eine Spekulation mit erhöhtem Risiko.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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