Unionspolitiker will allgemeine Helmpflicht für Radfahrer

dpa-AFX · Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Der Unions-Verkehrspolitiker Thomas Bareiß hat sich für eine allgemeine Helmpflicht für Radfahrerinnen und Radfahrer ausgesprochen. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sagte zu "Welt" (Freitag): "Früher oder später müssen wir über eine Helmpflicht in Deutschland sprechen." Immer mehr Menschen nutzten das Fahrrad, dadurch steige die Zahl der Unfälle rasant an. "Das Tragen eines Helms bietet dagegen bestmöglichen Schutz und sollte heute eigentlich schon bei allen Radfahrern obligatorisch sein. Das Rad soll immer mehr zum Bestandteil unserer alltäglichen Mobilität werden, da ist eine Helmpflicht zum Schutz der Radfahrer nur folgerichtig", so der CDU-Politiker.

In Deutschland besteht keine Helmpflicht für Radfahrerinnen und Radfahrer. Ein Helm könne aber bei einem Sturz vor vielen Kopfverletzungen schützen, heißt es etwa beim ADAC.

Für die Bundestagsfraktionen der Ampel-Koalition ist eine Helmpflicht bislang keine Option. So sagte Valentin Abel, Berichterstatter der FDP für Radverkehr, der Zeitung: "Für mich steht fest, dass wir Fahrradfahren sicherer machen müssen. Dazu gehört zum einen der Aufruf, dass Fahrradfahrer freiwillig einen Helm zur eigenen Sicherheit tragen. Auf der anderen Seite gilt es, Fahrradfahren durch bauliche Methoden und eine allumfassende Städteplanung sicherer zu gestalten." Eine Helmpflicht würde Angebote wie Bike-Sharing dagegen fast unmöglich machen.

Auch SPD und Grüne erklärten auf "Welt"-Anfrage, vor allem mit einer verbesserten Straßeninfrastruktur die Sicherheit von Fahrradfahrern stärken zu wollen. Eine Helmpflicht lehnen beide Parteien ab.

Offen zeigten sich laut Bericht hingegen AfD und Linkspartei. Wie die Zeitung weiter schreibt, ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Zahl der getöteten Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen 2022 im Vergleich zum Vorjahr um rund 26 Prozent gestiegen. Insgesamt 474 Mal seien Fahrradfahrer tödlich verunglückt, etwas weniger als die Hälfte waren Fahrer eines E-Bikes./hoe/DP/jha

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