Arbeitslosigkeit in Euro-Zone steigt überraschend

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Brüssel/Berlin (Reuters) - Die Arbeitslosigkeit im Euroraum ist im März überraschend gestiegen.

Fast 10,82 Millionen Menschen waren ohne Job, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Dies waren 83.000 mehr als im Februar, aber 288.000 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote verharrte wie in den Vormonaten bei 6,2 Prozent, wobei das ursprünglich für Februar gemeldete Rekordtief von 6,1 Prozent nachträglich nach oben korrigiert wurde. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Fachleute hatten für März mit 6,1 Prozent gerechnet.

Am höchsten war die Arbeitslosenquote erneut in Spanien mit 10,9 Prozent, gefolgt von Finnland mit 9,1 Prozent und Griechenland mit 9,0 Prozent. Den niedrigsten Wert im Euroraum verzeichnet Malta mit 2,8 Prozent, vor Slowenien mit 3,2 Prozent und Deutschland mit 3,5 Prozent. EU-weiter Spitzenreiter ist Polen mit nur 2,7 Prozent.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone hat einen guten Jahresauftakt erwischt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Januar bis März um 0,4 Prozent zum Vorquartal - doppelt so stark wie von Ökonomen vorausgesagt. Rückenwind kommt von der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese hat ihren Leitzins seit Juni 2024 bereits sieben Mal gesenkt. Die günstigeren Finanzierungsbedingungen können etwa Investitionen und Baubranche anschieben.

Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Industrie stieg im April bereits den vierten Monat in Folge und erreichte mit 49,0 Punkten den höchsten Wert seit mehr als zweieinhalb Jahren, wie das Finanzhaus S&P Global zu der Umfrage unter Tausenden Unternehmen mitteilte. Das Barometer blieb aber erneut unter der Marke von 50, ab der ein Wachstum angezeigt wird.

"Allerdings bleibt die Lage fragil", sagte Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, die die Umfrage sponsert. "Die Industrie bleibt weiterhin stark exponiert gegenüber der US-Zollpolitik." US-Präsident Donald Trump hatte hohe Zölle auch für Waren aus der Europäischen Union verhängt.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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