SAP überzeugt mit Gewinn - Maues Cloud-Geschäft

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Frankfurt (Reuters) - Kostendisziplin hat SAP einen überraschend hohen Quartalsgewinn beschert.

Allerdings verlangsamte sich das Wachstum der zukunftsträchtigen Cloud-Sparte. Außerdem äußerte sich der Walldorfer Softwarekonzern verhalten zu den Aussichten dieses Bereichs. Ähnlich gemischt fielen am Donnerstag die Einschätzungen von Analysten und die Kursreaktionen aus. SAP-Aktien pendelten in einer Spanne von minus 2,4 bis plus 3,1 Prozent. "Ob die Zahlen das Potenzial haben, die Aktie aus ihrem Seitwärtstrend der vergangenen Wochen zu lösen, ist fraglich", sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets.

Im dritten Quartal stiegen die Cloud-Erlöse den Angaben zufolge währungsbereinigt um 27 Prozent, nach einem Plus von 28 Prozent im vorangegangenen Quartal. Mit 5,29 Milliarden Euro lagen sie zudem knapp unter den vom Unternehmen erhobenen Analystenschätzungen. Daraufhin teilte SAP mit, für das Gesamtjahr nur noch mit einem Umsatz in diesem Bereich am unteren Ende der angepeilten Spanne von 21,6 bis 21,9 Milliarden Euro zu rechnen. Die Markterwartung liege aber noch tiefer, betonte ein Börsianer. Analyst Johannes Schaller von der Deutschen Bank schloss einen Nachfrageschub zum Jahresende nicht aus. Einige der für 2026 geplanten Vertragsabschlüsse könnten ins vierte Quartal 2025 vorgezogen werden.

MAUE UMSÄTZE - EINSPARUNGEN TREIBEN GEWINNE

Neben den Cloud-Erlösen blieb auch der Konzernumsatz des dritten Quartals hinter den Erwartungen zurück. Er legte um elf Prozent auf 9,08 Milliarden Euro zu. Beim operativen Gewinn schlug sich SAP dagegen besser als vorhergesagt. Das bereinigte Ergebnis stieg um 19 Prozent auf 2,57 Milliarden Euro. Der Free Cash Flow, der als Gradmesser für die Dividendenhöhe gilt, erhöhte sich überraschend um fünf Prozent auf 1,27 Milliarden Euro. Damit lag er fast doppelt so hoch wie vorhergesagt.

Hier zahle sich die Kostendisziplin aus, erläuterte SAP-Finanzchef Dominik Asam. Er rechne daher für das Gesamtjahr mit einem Betriebsergebnis am oberen Ende der angepeilten Spanne von 10,3 bis 10,6 Milliarden Euro. Der Cash Flow werde voraussichtlich zwischen acht und 8,2 statt rund acht Milliarden Euro liegen. Analyst Charles Brennan von der Investmentbank Jefferies wertete diesen Ausblick und die Aussagen des Managements in der SAP-Telefonkonferenz als insgesamt optimistischer als noch im Sommer.

(Bericht von Hakan Ersen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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