Gericht verpflichtet Shein nach Sexpuppen-Skandal zu Altersprüfung
Paris, 19. Dez (Reuters) - Ein Pariser Gericht hat den chinesischen Online-Händler Shein verpflichtet, für alle nicht jugendfreien Produkte auf seiner französischen Website eine Altersüberprüfung einzuführen. Bei jedem Verstoß droht eine Strafe von 10.000 Euro, wie das Gericht am Freitag urteilte. Vorausgegangen war ein Skandal um kinderähnliche Sexpuppen auf dem Marktplatz des Unternehmens. Den Antrag der französischen Regierung, die gesamte Website von Shein für drei Monate zu sperren, lehnte das Gericht jedoch als unverhältnismäßig ab.
Christine Cerrada, Anwältin der französischen Kinderschutzgruppe L'Enfance au Coeur, bezeichnete die Maßnahmen des Gerichts als "eindeutig unzureichend". Bekanntlich seien Altersüberprüfungsmaßnahmen äußerst schwierig umzusetzen.
"Wir begrüßen diese Entscheidung", teilte ein Sprecher von Shein nach dem Urteil mit. Man sei bestrebt, die Kontrollen kontinuierlich zu verbessern. Shein hatte seinen Marktplatz in Frankreich Anfang des vergangenen Monats nach dem Fund der Sexpuppen ausgesetzt. Die Website, auf der Shein seine Billigmode verkauft, blieb erreichbar. Im November hatte Shein in Paris sein erstes Ladengeschäft eröffnet.
Shein befindet sich in Privatbesitz und hat schon vergeblich versucht, in New York und London an die Börse zu gehen. Nun soll die Aktie an der Börse Hongkong notiert werden. Der Konzern erzielte 2024 einen weltweiten Umsatz von 37 Milliarden Dollar.
(Bericht von Helen Reid, Dominique Patton und Benoit Van Overstraeten, bearbeitet von Olaf BrennerRedigiert von Scot W. StevensonBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
