Bauaufträge brechen im Oktober nach starkem Vormonat wieder ein

Reuters · Uhr
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Berlin, 23. Dez (Reuters) - Die deutsche Baubranche hat im Oktober einen Rückschlag erlitten: Ihr Neugeschäft sank nach einem starken September deutlich.

Die Aufträge im ⁠Bauhauptgewerbe fielen inflationsbereinigt ‍um 11,8 Prozent niedriger aus als im vorherigen Monat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. "Dabei ist zu ‌berücksichtigen, dass im Vormonat aufgrund von Großaufträgen der höchste Wert seit März 2022 registriert worden ‍war", hieß es.

Das Neugeschäft im Tiefbau, wozu der staatlich dominierte und oftmals auch von Großaufträgen geprägte Straßenbau zählt, brach im Oktober um 16,9 Prozent ein. Im Hochbau - der vor allem durch den Wohnungsbau geprägt und überwiegend von der privaten Nachfrage ‍abhängig ist - schrumpfte der Auftragseingang um 5,8 ⁠Prozent.

Die Unternehmen fuhren im Oktober einen Umsatz von 11,6 Milliarden Euro ein, was einem Plus von 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ‍entspricht. Inflationsbereinigt blieb ein Zuwachs von 4,5 Prozent übrig. Von Januar bis Oktober nahmen die realen Umsätze ⁠um 1,8 Prozent zu. Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe stieg im Oktober um 1,3 Prozent.

Die Baubranche hofft auf zunehmende Impulse vom milliardenschweren Infrastrukturpaket der Bundesregierung. Dennoch blicken ‍die Unternehmen eher verhalten auf ‌das kommende Jahr. Hier rechnet ein Drittel der Betriebe (33,2 Prozent) mit einer ungünstigeren Lage, während nur 10,3 Prozent auf bessere Geschäfte hoffen, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Umfrage unter Baumanagern herausfand. Mehr als die Hälfte (56,5 Prozent) erwartet demnach keine Veränderung.

Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe zufolge sind die Zahlen überraschend, da die Branche eigentlich auf frische Impulse durch das angekündigte Infrastrukturpaket der Regierung hoffen könnte. "Euphorie ⁠scheint dies noch nicht auszulösen", sagte Wohlrabe.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter ‍berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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