Sekt & Co: Absatz von Schaumwein in Deutschland geht weiter zurück

Reuters · Uhr
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Berlin, 23. Dez (Reuters) - Ob an Geburtstagen, zu Weihnachten oder an Silvester: Zu festlichen Anlässen wird in Deutschland gern angestoßen - aber offenbar immer seltener ⁠mit Sekt, Prosecco ‍oder Champagner.

255,3 Millionen Liter Schaumwein wurden im Jahr 2024 in Deutschland abgesetzt. Das waren 19,5 Prozent weniger als ‌zehn Jahre zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Im Durchschnitt trank damit im vergangenen Jahr ‍hierzulande jede Person ab 16 Jahren rund 4,8 Flaschen Schaumwein à 0,75 Liter oder 36 Gläser à 0,1 Liter. Damit sank der Pro-Kopf-Konsum im Zehn-Jahres-Vergleich ebenfalls deutlich: 2014 hatten die mindestens 16-Jährigen im Schnitt noch 6,1 Flaschen Schaumwein oder 46 Gläser getrunken.

Die ‍Grundlage dieser Daten bildet die amtliche Steuerstatistik: ⁠Auf Sekt, Prosecco und Champagner wird bis heute die Schaumweinsteuer erhoben, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte eingeführt ‍wurde. Im vergangenen Jahr nahm der Bund rund 352 Millionen Euro aus dieser Schaumweinsteuer ein. Damit hatte ⁠sie allerdings nur einen Anteil von 0,04 Prozent an den gesamten Steuereinnahmen des Bundes, der Länder und Gemeinden. Zum Vergleich: Aus der Biersteuer, die im Gegensatz zur Schaumweinsteuer eine ‍Landessteuer ist, floss zuletzt mit ‌558 Millionen Euro etwas mehr Geld an den Staat. Auch der Bierabsatz sinkt in Deutschland seit Jahren.

Alkoholfreier Sekt ist in den aktuellen Ergebnissen nicht enthalten, erklärten die Statistiker. Der Grund dafür: Die Schaumweinsteuer wird nur auf Schaumwein mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent erhoben. Die Angaben zum Verbrauch je Einwohnerin und Einwohner ab 16 Jahren wurden auf der Grundlage des sogenannten Zensus berechnet. Das ⁠ist die größte amtliche statistische Erhebung in Deutschland.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter ‍berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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