Bericht: China schränkt Export Seltener Erden nach Japan ein

Reuters · Uhr
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New York, 08. Jan (Reuters) - China hat einem Medienbericht zufolge mit der Einschränkung von Exporten Seltener Erden und daraus hergestellter Magnete ⁠nach Japan begonnen.

Die ‍Restriktionen gelten demnach branchenübergreifend und sind nicht auf die Rüstungsindustrie beschränkt, wie das "Wall Street Journal" am ‌Donnerstag berichtete. Dem chinesischen Handelsministerium zufolge soll die am Dienstag verkündete Ausfuhrsperre für sogenannte ‍Dual-Use-Güter nur japanische Rüstungsfirmen betroffen, wie ein Sprecher zu Journalisten sagte: "Zivile Nutzer werden nicht betroffen sein." Als Dual-Use-Güter werden Produkte bezeichnet, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Dazu gehören bestimmte Magnete, die in Automobilteilen ‍zum Einsatz kommen.

Dem "Wall Street Journal" zufolge ⁠hat China seit Dienstag damit begonnen, die Ausfuhr von "schweren" Seltenen Erden sowie von daraus hergestellten starken Magneten an japanische Firmen zu ‍beschränken. Die Zeitung berief sich dabei auf zwei chinesische Exporteure sowie eine weitere mit den ⁠Regierungsentscheidungen vertraute Person. Demnach sei die Prüfung von Anträgen auf Ausfuhrlizenzen für die gesamte japanische Industrie gestoppt worden.

Hintergrund sind die sich verschlechternden Beziehungen zwischen Peking und ‍Tokio. Auslöser waren Äußerungen ‌der japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi vom November. Sie hatte erklärt, ein chinesischer Angriff auf Taiwan, der das Überleben Japans bedrohe, könne eine militärische Reaktion auslösen. Die kommunistische Führung betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als Teil ihres Staatsgebiets.

Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht des "Wall Street Journal" zunächst nicht bestätigen. Eine Stellungnahme der chinesischen Ministerien zu dem Bericht lag nicht ⁠vor.

(Bericht von Mihika Sharma, geschrieben von Rene Wagner, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter ‍berlin.newsroom@thomsonreuters.com)