Ölpreise stabilisieren sich - Fokus liegt weiter auf Venezuela
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Nach den jüngsten Rückgängen infolge der US-Aktionen gegen Venezuela haben sich die Ölpreise am Donnerstag stabilisiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostet am Morgen 60,22 US-Dollar und damit 26 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Februar stieg um 23 Cent auf 56,22 Dollar.
Spekulationen auf ein schon bald steigendes Angebot von Rohöl aus Venezuela hatten die Preise zuletzt belastet - in einem Markt, in dem die Preise wegen hoher Fördermengen vieler Ölstaaten ohnehin schon länger unter Druck stehen. So hatten die USA nur wenige Tage nach dem US-Militäreinsatz in Caracas direkt in die Ölindustrie Venezuelas eingegriffen: Das südamerikanische Land werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel an sanktioniertem Öl an die USA liefern, hatte US-Präsident Donald Trump am Dienstag angekündigt.
Die staatliche Ölgesellschaft Petroleos de Venezuela SA (PDVSA) gab mittlerweile bekannt, dass sie mit Washington über den Verkauf von Rohöl verhandelt. Dabei soll sich am Abkommen mit Chevron orientiert werden, dem einzigen großen US-Ölmulti, der in dem Land tätig ist. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" würden die USA im Rahmen dieses Plans eine gewisse Kontrolle über PDVSA erhalten.
Mit dem US-Eingreifen in Venezuela geht auch der Konflikt zwischen den USA und China in eine neue Runde. "Die Umleitung und Umverteilung der venezolanischen Ölströme dürfte mittelfristig ein zentrales Thema sein", erklärte Vandana Hari vom Marktanalyseunternehmen Vanda Insights auf Bloomberg TV. "Eine der am stärksten betroffenen Parteien wird dabei definitiv China sein."/mis/zb



