Sorge vor neuen Zöllen

Wall Street auf Talfahrt: S&P 500 mit größten Minus seit Oktober

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Eine US-Flagge vor einem Bildschirm mit Börsenkursen.
Quelle: Adobe.com/studio v-zwoelf

Sorgen über einen neuen Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und Europa haben am Dienstag die US-Börsen schwer belastet. Die Androhung von Strafzöllen gegen europäische Staaten im Streit um Grönland schickte die wichtigsten Indizes nach einem feiertagsbedingt langen Wochenende auf Talfahrt. Die Gewinne seit Jahresbeginn sind bereits wieder Geschichte.

Charttechnisch wichtige kurz- und mittelfristige Trendsignale zeichnen ein düsteres Bild für die weitere Börsenentwicklung. Der Volatilitätsindex (VIX), der die kurzfristig erwarteten Schwankungen im S&P 500 misst, stieg über 20 Punkte auf den höchsten Stand seit November. Anleger flüchteten in Edelmetalle wie Gold als sicheren Hafen. US-Staatsanleihen gaben nach.

Zwischen Washington und Europa war es am Wochenende zur Eskalation gekommen. US-Präsident Donald Trump drohte im Streit um die zu Dänemark gehörende Insel Grönland vom 1. Februar an Strafzölle gegen einige europäische Länder an, die im Juni weiter steigen sollen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Europäische Staats- und Regierungschefs reagierten empört und erwägen Gegenmaßnahmen.

Alle drei großen Indizes mit happigen Verlusten

Der Dow Jones Industrial büßte letztlich 1,76 Prozent auf 48.488,59 Punkte ein und schloss damit knapp über seinem wenig zuvor erreichten Tagestief. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 2,06 Prozent auf 6.796,86 Zähler abwärts. Damit verbuchte der S&P 500, der weitläufig als wichtigstes Barometer der Wall Street gilt, den größten Tagesverlust seit Oktober.

Der von Technologiewerten geprägte Nasdaq 100 sackte um 2,12 Prozent auf 24.987,57 Punkte ab. Alle drei Indizes rutschten unter die 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert, S&P 500 und Nasdaq sackten außerdem auch unter die 50-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend.

"Der Grönland-Streit zeigt: Handelsstreitigkeiten sind bei weitem noch nicht beigelegt", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Und sie dürften unter einer Trump-Administration wohl auch ein "Dauer-Störfeuer" bleiben.

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