Devisenmarkt

Euro gibt merklich nach - Fed-Nominierung stärkt den Dollar

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Tamer Adel Soliman/Shutterstock.com

(dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Freitag unter die Marke von 1,19 US-Dollar gefallen. Die Nominierung von Kevin Warsh zum Chef der US-Notenbank durch US-Präsident Donald Trump sorgte für Unsicherheit, was die künftige Geldpolitik der Fed betrifft. Ausschläge zeigten sich besonders deutlich an den Metallmärkten: Nach ihrer jüngsten Rekordjagd weiteten Gold und Silber am Freitag ihre Verluste aus.

Zuletzt wurden für einen Euro nur noch 1,1870 Dollar gezahlt. Erst am Dienstag hatte der Kurs der Gemeinschaftswährung zwei Cent höher bei 1,2081 Dollar den höchsten Stand seit 2021 erreicht. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Freitag im Verlauf auf 1,1919 (Donnerstag: 1,1968) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8389 (0,8355) Euro.

US-Präsident Donald Trump hat den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell vorgeschlagen. Dies hat an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird. Die Erwartungen von Zinssenkungen hatte zuletzt die Edelmetallpreise gestützt. Warsh galt lange als geldpolitischer Falke, hat sich also tendenziell für höhere Zinsen eingesetzt. Zuletzt sprach er sich aber für Leitzinssenkungen aus.

"Ob Warsh also tatsächlich den Wünschen von Donald Trump nach niedrigeren Zinsen folgt, bleibt abzuwarten", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Kevin Warsh versteht aber, dass die Fed und deren guter Ruf essenziell für das Wohlergehen der USA ist." Es gehe dabei um die Stabilität des US-Finanzsystems. Die Aussicht auf eine weiterhin stabilitätsorientierte Geldpolitik goutierte man an den Devisenmärkten mit verhaltener Dollar-Stärke.

Inflationsdaten aus der Eurozone bewegten den Eurokurs kaum. In Deutschland ist die Rate angezogen und dabei höher ausgefallen als erwartet. Die Jahresrate stieg von 1,8 Prozent im Vormonat auf 2,1 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Anstieg auf 1,9 Prozent erwartet. In Spanien hingegen ist die Inflationsrate deutlich stärker als erwartet gesunken./tih/he

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