
Der Abwärtstrend der Edelmetalle seit dem Vortag hat sich zum Wochenausklang massiv beschleunigt. Der Preis für Gold hatte noch am Donnerstag bei 5.598 Dollar ein Rekordhoch markiert, stürzte aber am Freitag unter die Marke von 5.000 US-Dollar.
Zuletzt betrug das Minus bei Gold 8,7 Prozent auf 4.976 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). In Euro gerechnet ging es um knapp acht Prozent bergab. Das sind für das Edelmetall außerordentlich enorme Bewegungen. Gold fungiert üblicherweise als Stabilitätsanker im Portfolio und als "sicherer Hafen" für Anleger. Jedoch strebte der Preis zuletzt auch in immer extremeren Bewegungen nach oben.
Beim "kleinen Bruder" Silber fiel der Verlust nach einem noch steileren Aufwärtstrend nochmals größer aus. Zuletzt fiel der Unzenpreis um 18 Prozent auf nur noch 96 US-Dollar. Erst vor gut einer Woche hatte Silber erstmals die Marke von 100 Dollar geknackt und war anschließend bis auf 121 Dollar geklettert. In Euro verlor Silber ebenfalls rund 18 Prozent.
Auslöser des Preisverfalls am Freitag war vor allem der starke US-Dollar. US-Präsident Donald Trump will am Freitag einen Nachfolger für den Chef seiner Notenbank, Jerome Powell, verkünden. Favorit ist der ehemalige Notenbanker Kevin Warsh, welcher den bedächtigen Kurs Powells fortsetzen und wohl auch die Unabhängigkeit der Notenbank schützen dürfte. Das stützte den Dollar.
Zudem belasten die Preise der Edelmetalle die massiven Gewinne zuvor. Momentum-Indikatoren signalisierten bei Gold und Silber einen heftig überkauften Markt, worauf deutliche Korrekturen folgen können. Auf Jahressicht bleiben die Edelmetalle noch im Plus. Silber verteuerte sich seit Anfang Januar um 33 Prozent, bei Gold sind es noch 14,5 Prozent.


