Reisekonzern

Hoffnung auf weitere Tui-Erholung platzt wegen Reisenachfrage

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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(dpa-AFX Broker) - Eine rückläufige Nachfrage nach Pauschalreisen hat am Dienstag die Tui-Aktie schwer belastet. Das Papier, das tags zuvor noch in Richtung zehn Euro auf den höchsten Stand seit seinem heftigen Kurseinbruch im Frühjahr 2023 gestiegen war, sackte zeitweise um fast acht Prozent ab. Zuletzt gab es im kaum veränderten MDax noch um 5,1 Prozent auf 8,88 Euro nach.

Die Charttechnik hat sich damit für die Aktie des größten europäischen Reiseveranstalters wieder eingetrübt, denn die 21-Tage-Durchschnittslinie, die den kurzfristigen Trend signalisiert, wurde nach unten durchbrochen. Unterstützung findet das Papier aktuell an der 50-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend bei 8,87 Euro.

Analysten äußerten sich zwar allgemein positiv über die "soliden Quartalszahlen" sowie die bestätigten Geschäftsjahresziele für 2025/26, doch mehrere wiesen auf negative Trends hin.

Barclays-Analyst sieht Kurspotenzial

"Die Bären unter den Marktteilnehmern werden sich auf die Wettbewerbsfähigkeit des Reiseveranstalters stürzen", hatte Analyst Andrew Lobbenberg von der Barclays Bank bereits erwartet. Er selbst bleibt unterdessen positiv eingestellt für die Aktie und hob neben den beibehaltenen Prognosen das starke Kreuzfahrtgeschäft sowie die Gewinnverbesserung in einem schwierigen, von Verkäufen und Übernahmen geprägten Marktumfeld hervor.

"Die Nachfrage ist erheblich gesunken", betonte unterdessen Bernstein-Analyst Richard Clarke. So sei der gebuchte Umsatz für den Winter 2025/26 im Dezember noch mit plus 1 Prozent angegeben worden. Inzwischen werde er mit minus 1 Prozent beziffert. Für die Sommerbuchungen 2026 sehe es auch nicht besser aus. Während Tui im Dezember noch einen gebuchten Umsatz "deutlich über Vorjahreswert" angegeben habe, werde nun von minus 2 Prozent gesprochen.

Dass der Reisekonzern dennoch an den Jahreszielen festhält, sieht Clark zwar als "Zeichen für die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells", die aktuellen Nachrichten aber seien negativ. "Eine Übererfüllung der Prognose für das Geschäftsjahr erscheint weniger wahrscheinlich", schrieb der Bernstein-Experte und rechnet damit, dass die Erwartungen für das Geschäftsjahr um 1 bis 2 Prozent nach unten korrigiert werden.

Tui erholt sich seit Corona nur langsam

Analyst Karan Puri von JPMorgan hob auch das Festhalten an den mittelfristigen Zielen positiv hervor, monierte aber ebenfalls, dass das Geschäft aktuell nicht ganz so gut laufe. Ihm zufolge sollte die Schwäche bei den gebuchten Umsätzen aber im Zusammenhang mit dem herausfordernderem Umfeld gesehen werden. So nehme der Wettbewerb zu und die Buchungskurve verlagere sich aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten in Großbritannien und Deutschland nach hinten. Außerdem fokussiere sich der Reisekonzern nach wie vor auf die Reduzierung seiner Risiken.

Tui hat seit der Corona-Pandemie eine schwere Zeit und erholt sich nur mühsam. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen ab dem Jahr 2020 war das Geschäft zeitweise vollständig zum Erliegen gekommen. Nur dank immenser staatlicher Hilfen entgingen Tui sowie andere Reiseunternehmen und Fluggesellschaften der Pleite.

Die Mittel aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds hat Tui inzwischen vollständig zurückgezahlt. Zwischen Ende März und Anfang April 2023 wurde dafür eine 1,8 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten durchgeführt. Die Aktie geriet daher schwer unter Druck und büßte rund die Hälfte ihres damaligen Wertes ein.

Bis zum heutigen Tag hat sie sich nur geringfügig erholt. Seit dem jüngsten Zwischentief Anfang November bei knapp unter 7 Euro bis zu diesem Montag war es für das Papier aber immerhin wieder auf knapp 9,56 Euro gegangen auf den höchsten Stand seit der Kapitalerhöhung. Kurz vor dieser jedoch waren noch zwischen 16 und 18 Euro gezahlt worden./ck/stw/mis

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