USA und Aserbaidschan besiegeln strategische Partnerschaft

Reuters · Uhr
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Baku/Tiflis, 10. ⁠Feb (Reuters) - Die USA haben eine strategische Partnerschaft mit Aserbaidschan vereinbart und bauen damit ihre Präsenz im Südkaukasus weiter aus. US-Vizepräsident JD Vance und der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew unterzeichneten am Dienstag in Baku ein Abkommen, das eine engere ‌Zusammenarbeit in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen vorsieht. Alijew sprach von einer "völlig neuen Phase" bei Rüstungsgeschäften und Künstlicher Intelligenz (KI). Zudem wolle man bei der Energiesicherheit ⁠und der ⁠Terrorismusbekämpfung kooperieren. Vance kündigte an, die USA würden Schiffe zum Schutz der aserbaidschanischen Hoheitsgewässer entsenden.

Die Regierung in Washington weitet damit ihren Einfluss in einer Region aus, in der einst Russland die wichtigste Ordnungsmacht war. Der US-Vizepräsident hatte am Montag im benachbarten Armenien eine Zusammenarbeit bei der zivilen ‌Nutzung der Atomkraft besiegelt. Armenien ist wie Aserbaidschan ‌eine ehemalige Sowjetrepublik. Vance warb erneut für die "Trump Route for International Peace and Prosperity" (TRIPP). Dieser geplante 43 Kilometer lange Korridor soll durch Armenien führen und Aserbaidschan ⁠direkt mit seiner Exklave Nachitschewan sowie dem Verbündeten Türkei verbinden. Die Route soll ‌zudem Asien besser mit Europa vernetzen ⁠und dabei Russland und den Iran umgehen. "Unsere Hoffnung ist, dass TRIPP dazu beitragen wird, die wirtschaftliche Zusammenarbeit aufzubauen", sagte Vance.

Die Grundlage für die neue Partnerschaft war bereits im August bei einem Treffen ‌zwischen Alijew und US-Präsident Donald Trump ⁠in Washington gelegt worden. Damals hatte ⁠sich Alijew mit dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan auf eine Beendigung des jahrzehntelangen Konflikts um die Region Bergkarabach verständigt. Armenien und Aserbaidschan haben seitdem Schritte zur Beilegung ihres fast 40 Jahre andauernden Streits unternommen und Energielieferungen wieder aufgenommen. Ein formeller Friedensvertrag steht jedoch noch aus. Aserbaidschan will sich Experten zufolge als westlich orientierter Stabilitätsanker zwischen Russland und dem Iran positionieren.

(Bericht von Nailia Bagirova in Baku und Lucy Papachristou in ⁠Tbilisi, geschrieben von Philipp Krach, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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