IG Metall sieht Verlust von rund 30.000 Stellen in Bayern
München, 20. Feb (Reuters) - Angesichts der Wirtschaftslage und des Strukturwandels in der Metall- und Elektroindustrie rechnet die Gewerkschaft IG Metall aktuell mit dem Verlust von rund 30.000 Arbeitsplätzen allein in Bayern.Derzeit sei in Unternehmen der Abbau von 32.000 Stellen im Gange oder konkret angekündigt worden, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott am Freitag in München. Demgegenüber würden lediglich 3000 Stellen neu geschaffen. Das habe eine Umfrage der Gewerkschaft unter 547 Betrieben in Bayern ergeben.
In der Autobranche einschließlich ihrer Zulieferer würden in 54 Prozent der Betriebe Arbeitsplätze abgebaut, sagte Ott. Die boomende Rüstungsbranche könne dies nicht auffangen. "Wir verlieren zehn Arbeitsplätze im Automotive-Bereich und wir gewinnen einen in der Rüstung hinzu." Neben Beschäftigten großer Autozulieferer wie ZF Friedrichshafen und Bosch seien auch Mitarbeiter vieler kleinerer Unternehmen betroffen.
Besonderes Augenmerk legt die IG Metall in diesem Jahr auf die Betriebsratswahlen ab März. Einen Durchbruch rechtsgerichteter Gruppen wie des Vereins Zentrum sieht Ott in Bayern nicht. "Aus jetziger Sicht können wir nicht feststellen, dass wir von rechten Listen überrannt werden in den Betrieben", sagte er. "Ich gehe momentan davon aus, dass es besondere Betriebsratswahlen sind - aber nicht, weil sich irgendwelche Gruppen einschleifen, sondern weil die wirtschaftliche Situation so ist, wie sie ist."
(Bericht von Jörn Poltz. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

