Deutscher Wachstumsausblick hängt von Dauer des Nahost-Kriegs ab

Der Irankrieg bedeutet laut Bundesbankchef Joachim Nagel eine Belastung für die Wirtschaft. Dies gelte für Deutschland, Europa und wohl auch global, sagte er dem Sender CNBC. Die Wachstumsaussichten hingen hierzulande davon ab, wie lange der Krieg andauere. Wenn er schnell ende, würden die Auswirkungen wohl begrenzt sein. Doch sei es noch zu früh, um zu einer Schlussfolgerung zu kommen. Die Entwicklungen im Nahen Osten geben laut Nagel Grund zur Sorge. Anfang des Jahres habe man bei der Bundesbank ein Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts für 2026 von nahe einem Prozent für möglich gehalten. "Jetzt müssen wir abwarten", fügte er hinzu.
Dies gelte insbesondere bei einem Szenario, dass der Krieg länger andauere. Wenn es nicht so komme, könne das Wachstum 2026 und auch in den kommenden Jahren viel besser ausfallen als in den zurückliegenden Jahren. Er hoffe jedenfalls auf höhere Wachstumsraten in Deutschland. 2025 legte Europas größte Volkswirtschaft um 0,2 Prozent zu, nachdem sie zuvor zwei Jahre in Folge geschrumpft war. Dafür sorgten steigende Konsumausgaben, während die Exporte unter höheren US-Zöllen, Euro-Aufwertung und stärkerer Konkurrenz aus China litten. Die Wirtschaftsleistung liegt dennoch nur in etwa auf dem Niveau von 2019, dem Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie.




