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Bayer zahlt gigantischen Betrag im Xarelto-Vergleich, obwohl sie sich im Recht sehen – Die Aktie kennt indes nur eine Richtung

onvista
Bayer zahlt gigantischen Betrag im Xarelto-Vergleich, obwohl sie sich im Recht sehen – Die Aktie kennt indes nur eine Richtung

Bayer-Aktionäre haben es dieser Tage wirklich nicht leicht. Auch nachdem am Montagnachmittag bekannt geworden war, dass sich die Leverkusener in den USA mit den Klägern wegen möglicher Gesundheitsschäden durch den Blutgerinnungshemmer Xarelto auf einen Vergleich geeinigt haben, musste das Wertpapier weiterhin bluten. Analyst Peter Verdult von der Citigroup sieht Parallelen zu den aktuellen Rechtsstreitigkeiten über den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup.

Bayer zahlt, sieht sich jedoch im Recht

Wie bei Xarelto sehe sich der Konzern auch hier im Recht und halte die Klagen für haltlos, zahle aber letztlich, so der Experte. Basierend auf der Vergleichssumme von 775 Millionen Dollar koste jeder Streitfall im Schnitt 30.000 Dollar. Der Vergleichsbetrag werde von beiden Unternehmen zu gleichen Teilen getragen, hieß es. Bayer geht außerdem davon aus, dass sein Anteil teilweise durch die Produkthaftpflichtversicherung gedeckt wird.

Xarelto ist einer der wichtigsten Wachstumsträger in der Pharmasparte von Bayer. Mit einem Erlös von 3,6 Milliarden Euro und einem Wachstum von zehn Prozent war es 2018 das mit Abstand umsatzstärkste Medikament des Konzerns. Allerdings sieht sich Bayer seit Jahren vor allem in den USA mit einer wachsenden Zahl von Klagen konfrontiert, in denen Patienten oder deren Angehörige das Medikament für Gesundheitsschäden wegen unerwünschter Blutungen und sogar Todesfälle verantwortlich machen. Allein in den vergangenen zweieinhalb Jahren stieg die Zahl der Klagen von rund 14.000 auf 25.000.

Vergleich soll für Ruhe auf öffentlicher Ebene sorgen

Trotz des Vergleichs ist Bayer weiter überzeugt, dass die Klagen jeglicher Grundlage entbehrten, betonte der Konzern. Der Vergleich bedeute deshalb auch nicht die Anerkennung einer entsprechenden Rechtspflicht. Alle sechs bisher verhandelten Verfahren seien zugunsten von Bayer und Janssen ausgegangen. Doch ermögliche der Vergleich, Ablenkungen und hohe Kosten zu vermeiden, die durch einen Fortgang der Rechtsstreitigkeiten entstehen würden.

Vor allem, da der Konzern mit der Auseinandersetzung um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup, die sich Bayer bei der Übernahme des US-Konzerns Monsanto aufgeladen hat, ein wesentlich größeres Problem im Nacken hat. Bis Ende Januar wurden Monsanto in den USA bereits etwa 11.200 Klagen zugestellt.

Hier musste Bayer erst vor wenigen Tagen vor einem Gericht in San Francisco einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen, als die Jury einstimmig befand, dass das Produkt mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebserkrankung des Klägers gewesen sei. Die Wahrscheinlichkeit steige, dass Bayer eine große Zahl der vielen Tausend Glyphosat-Klagen in den USA verlieren könnte, warnte deshalb Michael Leacock vom Investmenthaus Mainfirst. Er rechne aktuell mit rund elf Milliarden Euro an Rechtskosten für den Konzern.

Aktie auf dem Weg ins Tal der Verzweiflung

Seit dem ersten Glyphosat-Urteil ist das Wertpapier des Pharma-Herstellers tief gefallen. Von einem Wert über 90 Euro noch in der Mitte des letzten Jahres musste die Aktie mit weiterem Fortschreiten der Klagewelle und der Prozesse immer mehr Marktkapitalisierung einbüßen.

Bayer 5-Tageschart (Xetra)

Die leichte Erholung seit Beginn des Jahres von knapp 60 auf wieder über 70 Euro wurde durch die jüngste Prozessniederlage vollständig zunichte gemacht und die Aktie liegt derzeit geschlagen auf dem niedrigsten Stand seit Herbst 2012. Am Dienstag musste sie bis zur Mittagszeit ein weiteres Minus von gut 2,5 Prozent hinnehmen, auf einen Wert von 56,10 Euro.

(onvista/dpa-AFX)

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Titelfoto: ricochet64 / Shutterstock.com

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