Berkshire Hathaway: Buffett und Munger präsentieren Firmenbilanz – und ätzen gegen Bitcoin und den Krypto-Sektor

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)

Die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway um Finanz-Star Warren Buffett hat am Wochenende Zahlen vorgelegt und zu Jahresbeginn deutlich besser verdient. Im ersten Quartal nahm der Betriebsgewinn auf 7,0 Milliarden Dollar (5,8 Mrd Euro) zu, wie das Konglomerat am Samstag in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska mitteilte. Das entspricht einem Anstieg von knapp 20 Prozent gegenüber dem Ergebnis im Vorjahreszeitraum, das stark unter der Corona-Pandemie litt.

Während viele Unternehmen ihre Mittel in der Krise zusammenhalten und Abstriche machen müssen, sitzt Buffett mit Berkshire Hathaway weiter auf enormen Geldreserven. In den drei Monaten bis Ende März nahm der Barbestand um gut fünf Prozent auf 145 Milliarden Dollar zu. Der 90-jährige Großinvestor tut sich weiter schwer damit, geeignete Ziele für Beteiligungen und Übernahmen zu finden. Stattdessen kaufte er zur Kurspflege Berkshire-Aktien für 6,6 Milliarden Dollar zurück.

Buffett und Munger äußern sich negativ über Bitcoin

Für ein wenig Aufsehen sorgten jedoch Äußerungen zu Bitcoin und dem Kryptosektor im Allgemeinen. „Natürlich hasse ich den Erfolg von Bitcoin“, sagte die Nummer zwei hinter Buffett, Charlie Munger. „Ich akzeptiere keine Währung, die für Kidnapper und Erpresser nützlich ist. Ich finde es auch nicht gut, wenn man jemandem, der gerade ein neues Finanzprodukt aus dem Nichts geschaffen hat, ein paar Milliarden und Abermilliarden von Dollar in den Rachen schmeißt. Deswegen finde ich die ganze verdammte Entwicklung ekelhaft und gegen die Interessen der Menschheit. Die Kritik überlasse ich dann anderen.“

Warren Buffett stimmte den Aussagen seines Kollegen zu. „Uns sehen wahrscheinlich Hunderttausende von Leuten zu, die Bitcoin besitzen, und es gibt möglicherweise zwei Leute, die short sind. Wir haben also die Wahl: Entweder wir machen 400.000 Menschen wütend auf uns und unglücklich… oder wir machen einfach zwei Leute glücklich“,ließ Buffett sich noch zu einem Scherz hinreißen.

In der Vergangenheit hatte Buffett mehrmals seine Abneigung gegen Bitcoin geäußert, jedoch auch zugegeben, dass er keine Ahnung von der Technologie hinter Bitcoin habe und daher kein valides Urteil abgeben könne. Entsprechend irrelevant waren die Aussagen für den Bitcoin-Kurs, der sich wieder an die Marke von 60.000 Dollar herantastet und seine 50-Tage-Durchschnittslinie wieder überschritten hat, nachdem er von der unterstützenden 100-Tage-Linie bereits nach oben abgeprallt war.

12 Milliarden Dollar Überschuss

Buffetts Holding erzielte im jüngsten Quartal einen Nettoüberschuss von knapp zwölf Milliarden Dollar. Da die Buchhaltungsregeln vorschreiben, dass hier auch unrealisierte Investmentgewinne und -verluste ausgewiesen werden, schwankt dieser Wert heftig und sagt wenig über das tatsächliche Geschäft aus. Vor einem Jahr hatte hier noch ein Minus von immensen 49,7 Milliarden Dollar in der Bilanz gestanden. Buffett rät davon ab, diesen Zahlen große Beachtung zu schenken.

Zu Berkshire Hathaway gehören an die 90 Unternehmen, hinzu kommen diverse Aktienpakete börsennotierter Großkonzerne wie Bank of America, Coca-Cola oder Apple. An diesem Wochenende findet auch die häufig als „Woodstock der Kapitalisten“ bezeichnete Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt, bei der in normalen Zeiten Zehntausende Anhänger zu Buffett nach Omaha pilgern. Wegen der Pandemie wird das Event aber erneut im Internet ausgetragen, und der Rummel bleibt aus.

onvista-Redaktion/dpa-AFX

Titelfoto: Krista Kennell / Shutterstock.com

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