Brexit: Boris Johnson rechnet mit einem harten Bruch – EU will weiterhin einen Deal, „aber nicht zu jedem Preis“

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Brexit: Boris Johnson rechnet mit einem harten Bruch – EU will weiterhin einen Deal, „aber nicht zu jedem Preis“

Ist der Drops nicht schon längst gelutscht? Vor etwas mehr als 4 Jahren haben die Briten gegen einen Verbleib in der EU gestimmt. Nach David Cameron, der nach der Abstimmung zurückgetreten ist, Theresa May, die sich an einem Vertrag mit der EU die Zähne ausgebissen und das Handtuch geworfen hat, ist Boris Johnson der dritte Premierminister innerhalb von 4 Jahren, der das Thema zu Abschluss bringen muss. Und der große blonde Mann ist nicht so sehr auf eine Einigung mit der EU erpicht, wie seine Vorgängerin Theresa May. Quasi mit Amtsantritt hat Johnson einen harten Brexit in Aussicht gestellt und danach sieht es auch weiterhin aus.

Johnson ist nicht zuversichtlich

Heute hat Boris Johnson gesagt, er geht von einem harten Bruch mit der EU ohne Vertrag zum 1. Januar aus. Die EU habe offenkundig kein Interesse an einem von Großbritannien gewünschten Freihandelsabkommen wie mit Kanada, sagte der Premierminister in London. Dementsprechend erwarte man nun eine Beziehung wie mit Australien, also ohne Vertrag.

EU weiter gesprächsbereit, aber

Die Europäische Union will weiter mit Großbritannien über einen Handelspakt nach dem Brexit verhandeln – obwohl Premier Boris Johnson von einem Scheitern ausgeht. „Wie geplant wird unser Verhandlungsteam nächste Woche nach London fahren, um die Verhandlungen zu intensivieren“, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag auf Twitter. „Die EU arbeitet weiter an einem Deal, aber nicht zu jedem Preis.“

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Auch EU-Ratspräsident Charles Michel erklärte trotzdem, man werde weiter an einem Pakt mit London arbeiten. „Ich hoffe, es wird möglich sein, eine Lösung zu finden“, sagte er zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel. Die Beschlüsse des Gipfels hätten weiter Bestand. „Was gestern richtig war, bleibt auch heute richtig“, sagte Michel.

Der EU-Gipfel hatte Großbritannien am Donnerstag aufgefordert, sich in den Verhandlungen zu bewegen. Konkret geht es um die Punkte Fischerei, gleiche Wettbewerbsbedingungen und Streitschlichtung bei Vertragsverstößen. Die EU sei sich hier völlig einig, sagte Michel.

Auch Johnson hat eine Hintertür für weitere Verhandlungen offen gelassen. Dafür müsse die EU allerdings ihre Haltung ändern, sagte der Premier in einem im Fernsehen übertragenen Statement.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: A.Basler / Shutterstock.com

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