Curevac: Entscheidende klinische Phase ist gestartet ++ AstraZeneca: 39 Milliarden Dollar für Alexion ++ BVB: Favre packt seine Koffer – zieht Rose ein?

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Curevac: Entscheidende klinische Phase ist gestartet ++ AstraZeneca: 39 Milliarden Dollar für Alexion ++ BVB: Favre packt seine Koffer – zieht Rose ein?

Wirtschaftsminister Peter Altmaier geht trotz des harten Corona-Lockdowns ab Mittwoch nicht davon aus, dass die Wirtschaft wie im Frühjahr einbricht. „Ich bin mir relativ sicher, dass wir eine Rezession wie im Frühjahr diesen Jahres diesmal nicht erleben werden“, sagte der CDU-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. „Es ist möglich, wenn wir klug vorgehen, auch jetzt noch einmal die wirtschaftliche Substanz des Landes zu bewahren.“ Dazu gehörten Hilfsmaßnahmen, aber auch, dass die Einschränkungen nicht immer wieder verlängert werden müssten, „weil wir nicht mutig genug sind“. Rückblickend sei die Politik mit den weniger harten Maßnahmen der vergangenen Wochen im Kampf gegen das Coronavirus zu mutlos gewesen.

Ab Mittwoch wird das öffentliche und private Leben in Deutschland nun drastisch heruntergefahren. Vom 16. Dezember bis mindestens zum 10. Januar muss der Einzelhandel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf schließen. Ein Lichtblick sei aber, sagte Altmaier, dass zuletzt in den allermeisten Fabriken weiter gearbeitet wurde – anders als im März, als viele Lieferketten unterbrochen waren. „Ich habe die Hoffnung, dass es uns in dieser zweiten Welle gelingt, einen kompletten wirtschaftlichen Stillstand zu verhindern“, betonte er.

So lange die Infektionszahlen so stark stiegen wie zuletzt, werde es ohne staatliche Maßnahmen nicht gehen, sagte Altmaier. Er warnte davor, den Menschen ab Januar wieder Erleichterungen in Aussicht zu stellen, von denen man nicht wisse, ob sie eingehalten werden könnten.

Dax: Freundlicher Start in die neue Woche

Der deutsche Leitindex hat sich am Montag von seinem jüngsten Kursrücksetzer erholt. Nach den ersten Minuten gewann der Leitindex 0,83 Prozent auf 13.222,70 Zähler.

Den beschlossenen Lockdown hatten die Anleger wohl am Freitag schon eingepreist. Was jetzt positiv hinzukommt: Der harte Brexit ist noch nicht besiegelt, es wird weiter verhandelt.

Für den MDax der 60 mittelgroßen Werte ging es zu Wochenbeginn um 0,45 Prozent auf 29.741,10 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,85 Prozent. 

Curevac: Jetzt geht es um die Wurst

Das deutsche Biotech-Unternehmen ist auf dem Weg zur Zulassung seines Corona-Impfstoffes einen Schritt weiter. Nach Angaben des Unternehmens von Montag hat die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie mit voraussichtlich mehr als 35.000 Teilnehmern begonnen. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac nach Angaben eines Sprechers Ende des ersten Quartals 2021. Curevac-Chef Franz-Werner Haas sprach nach dem Start der dritten Phase von einem „Meilenstein in der Entwicklung unseres Impfstoffkandidaten CVnCoV“.

In Phase I war der Impfstoff 250 gesunden Probanden im Alter von 18 bis 60 Jahren verabreicht worden, um seine Verträglichkeit und Immunogenität zu überprüfen. In der zweiten Phase werden seit Spätsommer 690 Probanden in klinischen Zentren in Peru und Panama geimpft. Ziel der dritten Phase ist es, Wirksamkeit und Sicherheit des neuen sogenannten mRNA-Impfstoffs gegen das Virus zu beweisen.

Ebenso wie der Impfstoff des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer arbeitet auch Curevac mit diesem synthetisch erzeugten Botenmolekül, das im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes anregt. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Im Gegensatz zu herkömmlichen Impfungen, bei denen der Wirkstoff mittels Viren über mehrere Monate angezüchtet und dann in abgeschwächter Form injiziert wird, verzichtet der mRNA-Impfstoff auf lebende Krankheitserreger und Zellkulturen. Dadurch sollen sich mögliche Sicherheitsrisiken verringern. Biontech und Pfizer haben bereits die Notfallzulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten.

Mit der EU-Kommission hat Curevac einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Impfdosen geschlossen. Wie viele Dosen nach Deutschland gehen sollen, sagte das Unternehmen nicht.

AstraZeneca: Nächster Big Deal in der Pharmabranche

In der Pharmabranche kommt es zu einer Milliardenübernahme: Der britische Arzneimittelhersteller AstraZeneca will seinen US-Konkurrenten Alexion für insgesamt 39 Milliarden US-Dollar kaufen, wie die beiden Unternehmen am Samstag in Cambridge und Boston mitteilten. Dabei will der Pharmakonzern insgesamt 175 Dollar je Alexion-Aktie in bar sowie in eigenen Papieren zahlen. Die Verwaltungsratsgremien beider Parteien hätten der Übernahme zugestimmt. Mit der Übernahme will sein Geschäft mit Medikamenten für seltene Erkrankungen ausbauen, auf das Alexion spezialisiert ist. Das US-Unternehmen kommt aktuell auf einen Jahresumsatz von rund 5 Milliarden Dollar.

Die Regulierungsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen, der Abschluss ist für das dritte Quartal kommenden Jahres geplant. Alexion-Aktionäre sollen dann rund 15 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten. Der Pharmariese erhofft sich Synergien von 500 Millionen Dollar jährlich ab dem Ende des dritten Jahres der Übernahme. Der Gewinn soll deutlich profitieren. So erwartet AstraZeneca durch den Zukauf ein zweistelliges prozentuales Plus beim Kernergebnis je Aktie in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Transaktion. Für die Übernahme hat der Phamakonzern eine Brückenfinanzierung mit mehreren US-Banken über 17,5 Milliarden Dollar abgeschlossen.

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Kurz & knapp:  

BVB: Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose ist nach Informationen der „Bild“-Zeitung (Montag) ein heißer Kandidat für den Trainerposten bei Borussia Dortmund im kommenden Sommer. Dem Bericht zufolge besitzt der 44-Jährige dann eine Ausstiegsklausel in seinem eigentlich bis 2022 laufenden Vertrag. Rose war 2019 aus Salzburg nach Mönchengladbach gewechselt und hat den Club zuletzt in das Achtelfinale der Champions League geführt. Schon Ende Oktober hatte Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl Spekulationen um einen möglichen Wechsel Roses nach Dortmund als respektlos bezeichnet. Rose sagte damals, er kommentiere solche Dinge grundsätzlich nicht. Der BVB hatte sich am Sonntag nach zweieinhalb Jahren von Lucien Favre getrennt. Den Ausschlag für den Abschied vom 63 Jahre alten Schweizer gab die 1:5-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart am Samstag. Bis zum Saisonende soll nun der bisherige Co-Trainer Edin Terzic die Mannschaft führen. Erstmals wird der 38-Jährige an diesem Dienstag im Bundesligaspiel bei Werder Bremen die Verantwortung für das Team tragen. Ihm zur Seite stehen der bisherige U17-Trainer Sebastian Geppert und Top-Talente-Trainer Otto Addo.

Novartis: Der Schweizer Pharmakonzern hat bei seinem Kampf gegen das Corona-Virus einen Rücksetzer erlitten. Der Wirkstoff Ruxolitinib, der zusätzlich zur Standard-Therapie verabreicht wurde, habe die gesteckten Ziele nicht erreicht, teilte der Konzern am Montag in Basel mit. Die ersten Daten zeigten, dass die Kombination aus Standard-Therapie plus Ruxolitinib die Anzahl der Patienten, bei denen es schwere Komplikationen gab, nicht statistisch bedeutsam verringerte. Auch die weiteren Ziele wurden laut Mitteilung in der Studie nicht erreicht.

Cancom: Der IT-Spezialist übernimmt die Anders & Rodewyk Das Systemhaus fürComputertechnologien GmbH. Das Systemhaus aus Hannover erwirtschaftet deutschlandweit mit rund 70 Mitarbeitern einen jährlichen Umsatz von 27 Mio. Euro bei einem EBITDA von 2,4 Mio. Euro. Der umfangreiche Kundenstamm setzt sich vor allem aus Kunden im Gesundheits- und Bildungssektor sowie dem Mittelstand zusammen. Besondere Angebotsschwerpunkte sind die Bereiche Rechenzentrums-Infrastruktur sowie dazugehörige Integrations- und Beratungsleistungen. Die Transaktion steht noch unter Kartellamtsvorbehalt. CANCOM baut mit dem Kauf seine Präsenz im Norden Deutschlands aus und verstärkt das Portfolio von Anders & Rodewyk durch die Einbindung in die Service-Angebote von CANCOM. Mit der Akquisition geht CANCOM seinen strategischen Weg der Stärkung bereits bestehender Märkte weiter. Die Einbindung von Anders & Rodewyk festigt die nationale Präsenz und ist ein Schritt zur Marktkonsolidierung in Deutschland.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: Homepage Curevac

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