Dekabank-Chefvolkswirt: „Anziehende Inflation stellt eine Zäsur dar“ – US-Wirtschaft könnte überhitzen

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Dekabank-Chefvolkswirt: „Anziehende Inflation stellt eine Zäsur dar“ – US-Wirtschaft könnte überhitzen

Der jüngste Inflationsanstieg hat nach Einschätzung von Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater die Bedingungen an den Finanzmärkten grundlegend geändert. „Die in vielen Ländern anziehende Inflation stellt eine Zäsur dar“, sagte Kater der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch. „An den Finanzmärkten herrschte lange die Einschätzung vor, dass der Abwärtstrend bei der Preisentwicklung nicht aufzuhalten ist.“

Jetzt aber würden Deflationssorgen durch Inflationsängste abgelöst, so Kater. Die Zinsen an den Anleihemärkten waren im Februar daher deutlich gestiegen, was an den Aktienmärkten für herbe Verunsicherung gesorgt hat. „Im weiteren Jahresverlauf könnte es angesichts der Unsicherheit zu zeitweise kräftig schwankenden Anleihenrenditen kommen“, erwartet Kater.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zuletzt immer wieder deutlich gemacht, dass sie steigende Renditen an den Anleihemärkten nicht akzeptieren will. So haben ranghohe EZB-Notenbanker bereits eine abermalige Lockerung der bereits sehr großzügigen Geldpolitik ins Spiel gebracht. Steigende Marktzinsen belasten die Finanzierungsbedingungen von Unternehmen, privaten Schuldnern und Staaten.

Kater glaubt allerdings nicht, dass die EZB ihre Geldpolitik nochmals lockern wird. Schließlich steige die Inflation und die Wirtschaft erhole sich. „Eine erneute Lockerung könnte daher die Glaubwürdigkeit der EZB gefährden“, so der Ökonom.

Die anziehende Inflation an sich stellt nach Einschätzung Katers aber keinen Grund zu großer Sorge dar. „Der erwartete Anstieg in Deutschland im Jahr 2021 ist vorwiegend Sondereffekten geschuldet.“ Die Ursachen lägen vor allem in den Folgen der Corona-Pandemie und der sich erholenden Wirtschaft.

„Nachholeffekt“

In Deutschland habe die Mehrwertsteuersenkung die Inflationsrate im zweiten Halbjahr 2020 ins negative Terrain gedrückt. „Es gibt also einen Nachholeffekt bei der Inflation“, erklärte Kater den Teuerungsanstieg zu Jahresbeginn. Hinzu kommen weitere coronabedingte Sondereffekte. Zudem dürften die Verbraucher im weiteren Jahresverlauf nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen aufgeschobenen Konsum nachholen, was die Inflation anfachen sollte.

Im Gesamtjahr 2021 dürfte die Inflationsrate in Deutschland laut Kater bei rund 2,5 Prozent und in der Eurozone bei rund 1,5 Prozent liegen. Die Zahlen sollten die EZB aber nicht beunruhigen. Die EZB strebt auf mittlere Sicht eine Inflation von knapp zwei Prozent an. Im kommenden Jahr erwartet Kater dann wieder eine merklich niedrigere Inflationsrate.

In den USA sieht die Lage anders aus

In den USA stelle sich die Lage jedoch etwas anders dar. Die Hilfsprogramme der US-Regierung fielen größer aus als in der Eurozone und die Wirtschaft erhole sich stärker. „Durch die neuen Maßnahmen droht eine Überhitzung der Wirtschaft“, sagte Kater. Noch sei das Vertrauen da, dass die US-Notenbank die Inflation rechtzeitig bekämpfe. Die Unsicherheit sei aber gewachsen. Dies erkläre den jüngsten Anstieg der Renditen.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Noska Photo / Shutterstock.com

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