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Der bessere Kauf: Evotec oder Siemens Healthineers?

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Der bessere Kauf: Evotec oder Siemens Healthineers?

Hier geht es um ein Auftragsforschungsunternehmen gegen einen Hersteller von Medizintechnik, also um sehr unterschiedliche Sparten aus dem Bereich Life Sciences. Beide Unternehmen gleichen sich aber hinsichtlich ihrer Innovationskraft und Marktführerschaft in lukrativen Nischen. Doch welches Unternehmen hat das Potenzial, den Markt deutlich zu schlagen und überdurchschnittlich zu wachsen?

Den Healthineers begegnen wir im Gesundheitswesen überall

Die Siemens Healthineers (WKN:SHL100) ist in mehreren Segmenten der Medizintechnik weltweiter Marktführer, z. B. bei Magnetresonanztomographen (MRT) oder Computertomographen (CT). Immer wenn wir im Krankenhaus mit Geräten untersucht werden, finden sich dabei auch viele Lösungen von Siemens. Dabei erwirtschaftete diese Kernsparte zuletzt knapp 60 % des Jahresumsatzes von 13,8 Mrd. Euro und rund zwei Drittel des Nettogewinns von 2,5 Mrd. Euro im Jahr 2017.

Mit gut 4 Mrd. Euro Umsatz der zweitgrößte Bereich ist der Markt für Labordiagnostik. Hier allerdings hatte der Konzern zuletzt mit sehr hartem Wettbewerb und Preiskämpfen zu tun, die zu deutlichen Gewinneinbußen führten. Mit Roche und Abbott sowie Beckman Coulter gibt es andere starke Gladiatoren.

Aber mit ihrer neuen Labordiagnostik-Plattform Atellica schmettern die Healthineers jetzt ihren Mitbewerbern den Fehdehandschuh hin, um hier wieder Platzhirsch zu werden. Und es sieht bisher sehr gut aus, denn diese innovative Plattform wird von Kunden sehr gut angenommen und könnte zum Verkaufsschlager werden.

Denn in der klinischen Chemie geht es vor allem um Probendurchsatz und Verbrauchskosten, und hier ist Atellica anderen Systemen jetzt in Sachen Geschwindigkeit und Flexibilität voraus. Geld verdient wird hier aber vor allem mit den Reagenzien, die für die Untersuchungen benötigt werden und als Verbrauchsmaterial immer wiederkehrende Umsätze bringen. Denn wer sich für ein System von den Healthineers entscheidet, muss auch deren Reagenzien kaufen.

Der drittgrößte und sehr wachstumsstarke Bereich nennt sich Advanced Therapies und beinhaltet unter anderem Geräte zur Bildgebung bei gleichzeitig stattfindender minimal-invasiver Chirurgie. Ziel ist es hier, Technologien zu kombinieren, um insbesondere chirurgische Eingriffe sicherer, schneller, präziser und kostengünstiger zu machen.

Der Anteil wiederkehrender Umsätze durch Verbrauchsmittel und Serviceleistungen ist mit mehr als 55 % sehr hoch und damit gut planbar, sodass das ohnehin solide und von der allgemeinen Konjunktur relativ unabhängige Geschäft eher sicher ist. Zudem ist es nicht unwahrscheinlich, dass Healthineers gute Chancen auf einen Einzug in den Leitindex Dax hat, was sich vermutlich auch positiv auf den Aktienkurs auswirken wird.

Ebenfalls erfreulich für Anleger wird die geplante Dividendenausschüttung sein, die nach Angaben des Unternehmens bei 50 - 60 % des Gewinns liegen soll. Ich erwarte ein langfristiges Gewinnwachstum im einstelligen Prozentbereich pro Jahr.

Evotec ist eine weltweit anerkannte CRO

Evotec (WKN:566480) hat insbesondere durch die Übernahme von Aptuit im Jahr 2017 das Leistungsspektrum ideal ergänzt, um als führende CRO (Contract Research Organization) bei der Wirkstoffforschung aufzutreten. Dieser Markt wächst um ca. 10 % pro Jahr, denn die Pharmaindustrie ist schwerfällig und daher immer mehr auf externe Expertise angewiesen.

Würde Evotec allerdings nur Auftragsforschung als Service anbieten, wäre das Unternehmen für Aktionäre recht langweilig und uninteressant. In einem vorherigen Artikel bin ich ausführlich auf die Pipeline eingegangen. Sehen wir uns hier einmal konzentriert an, was Evotec so sexy macht:

  1. Evotec ist Miteigentümer an den gemeinsam entwickelten Wirkstoffen, d. h. neben Forschungsgeldern werden Meilensteinzahlungen sowie Tantiemen von den Partnern bezahlt.
  2. Allein aus den großen Allianzen mit BayerPfizer, Sanofi und Celgene sind insgesamt Meilensteinzahlungen von mehr als 2 Mrd. Euro möglich. Und gerade diese Meilensteine beim Erreichen wichtiger Ziele wie die Überführung in klinische Phasen sind zu 100 % Ergebnis-relevant und damit echte Booster für die Gewinnentwicklung.

Bei den mehr als 50 Forschungsprojekten bekommt Evotec meist Abschlagszahlungen von ca. 10 Mio. Euro und erhebliche Forschungsgelder. Bei den mehr als 25 weiter fortgeschrittenen Projekten in der Präklinik sind es dann schon durchschnittlich 150 Mio. Euro an Meilensteinzahlungen und in den mehr als zehn Projekten in klinischer Phase winken nach Zulassung durchschnittlich 8 % an Umsatzbeteiligungen. Nicht schlecht, oder?

Der Umsatz 2017 lag auch dank der Aptuit-Übernahme mit einem Plus von über 46 % bei ca. 250 Mio. Euro, während der Gewinn um 26 % auf 63,2 Mio. Euro anstieg.

Im Jahr 2018 sollen Umsatz und Gewinn um mindestens 30 % steigen. Ist das realistisch? Nun ja, in Q1 2018 stiegen die Gewinne schon um 38 % von 12,4 auf 17,2 Mio. Euro, sodass vielleicht sogar noch mehr drin ist.

Fazit

Die Siemens Healthineers sind sicherlich solide und relativ krisensicher sowie dank der Dividende für konservative Anleger hervorragend geeignet. Die ein oder andere zukünftige Übernahme könnte dann noch etwas mehr Esprit ins Unternehmen bringen. Falsch machen kann man hier eher wenig.

Evotec ist aber mehr nach meinem Geschmack, denn 30 % Gewinnwachstum für 2018 hören sich sehr gut an. Das Beste aber ist, dass je reifer die Pipeline wird, desto mehr Meilensteinzahlungen werden erzielt. Und hier winkt das große Geld, das die Gewinnaussichten langfristig deutlich nach oben katapultieren könnte.

Ob ein Wirkstoff dann die Zulassung erreicht, ist ungewiss, aber bei mehr als 80 solcher Projekte wird es der ein oder andere rein statistisch schaffen und damit zur neuen Einnahmequelle in Form von immer wiederkehrenden Tantiemen.

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Stefan Graupner besitzt Aktien von Celgene. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Celgene.

Motley Fool Deutschland 2018

Bild: Siemens Healthineers

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