Die Latte liegt tief

Klaus Brune

Gut 550 Punkte hat der DAX seit seinem Zwischentief am 2.10. gewonnen. Das erstaunt, denn wie der am Dienstag veröffentlichte ZEW-Index zeigt, bremsen die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen den Optimismus der Anleger eigentlich ein. Doch Börsianer handeln ja die Zukunft, und für deren Einschätzung bringt die Q3-Berichtssaison den nächsten Impuls. In den USA haben am Dienstag die Großbanken JP Morgan und Citigroup sowie der Pharmakonzern Johnson & Johnson genau das geliefert, worauf die Anleger in den vergangenen beiden Wochen spekuliert hatten: Bessere Ergebnisse und einen optimistischen Ausblick.

Entsprechend haben die Experten zuletzt auch schon ihre Schätzungen neu kalibriert. An der Wall Street wird jetzt bei den Unternehmen des S&P 500 im Q3 nur noch mit einem Gewinneinbruch von 22% gerechnet - im Juli war noch ein Rückgang von 29% einkalkuliert. Gleiches lässt sich auch in Deutschland beobachten, wo die Berichtssaison in knapp zwei Wochen Fahrt aufnehmen wird. Nach unserer Auswertung rechnen Analysten bei den 30 DAX-Titeln mittlerweile „nur noch“ mit einem operativen Gewinneinbruch von etwa 8%. Vor wenigen Wochen war das erwartete Minus noch zweistellig gewesen.

Die Latte der Erwartungen liegt damit immer noch nicht besonders hoch und es ist nicht auszuschließen, dass es in den kommenden Wochen positive Überraschungen geben wird. Zwei Dinge müssen dabei aber im Blick behalten werden: Erstens befinden sich zahlreiche Konzerne auch weiterhin in schwierigem Fahrwasser, und zweitens wird der Ausblick von einer hohen Unsicherheit belastet bleiben. In diesem Umfeld lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Wenn die Erwartungen nicht besonders ambitioniert sind, liefert nicht jede positive Überraschung gleich einen Anlass zum Jubeln.

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Expertenprofil
Klaus Brune Klaus Brune Ressortleiter Börse PLATOW Verlag

Klaus Brune leitet seit Juli 2017 das Börsen-Ressort des PLATOW Verlags. Nach einem Studium der Amerikanistik in Frankfurt und Carbondale, lllinois (USA), berichtete er mehr als 20 Jahre auf Deutsch und auf Englisch über die internationalen Finanzmärkte. Bei der News Corp. war er zuletzt als Managing Editor für die deutschsprachige Redaktion von Dow Jones News verantwortlich, zuvor leitete er fast zehn Jahre lang als stellvertretender Redaktionsleiter das Reporternetzwerk des Unternehmens.

Bei der PLATOW Redaktion verantwortet er die beiden Publikationen „PLATOW Börse“ und „PLATOW Emerging Markets“. Im Fokus stehen dabei Aktien, welche sich im Normalfall durch ein bewährtes Geschäftsmodell, eine moderate Bewertung und einen stabilen Newsflow auszeichnen. Als Beimischungen werden auch „Fallen Angels“ mit starkem Kurserholungspotenzial oder kurzfristige Spekulationen mit entsprechend höherem Risiko eingesetzt. Mit seinem Redaktionsteam führt Klaus Brune jährlich mehrere hundert Hintergrundgespräche mit Vorständen und anderen Insidern börsennotierter Gesellschaften.

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