IfW-Forscher: Deutschland überdreht – der kommende Abschwung wird um so heftiger

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Die deutsche Wirtschaft brummt - aber wie lange noch? Nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sind die Umrisse eines erheblichen Abschwungs bereits erkennbar:
“Mit dem Eintritt in die 20er Jahre werden nicht nur demografisch bedingt die Wachstumskräfte dauerhaft schwächer, sondern es beginnt dann wohl auch der konjunkturelle Abstieg”, sagte Prof. Stefan Kooths, Leiter des IfW-Prognosezentrums, am Donnerstag in Kiel. “Je nachdem, wie stark die Übertreibungen im Boom ausfallen, kann es auch ein Absturz werden.”

Die Kieler Forscher sind alarmiert, weil die deutsche Wirtschaft stärker wächst als die Grundlagen des Wirtschaftens, das sind die Zahl der Arbeitskräfte, der Kapitalstock und die Produktivität. Schon 2017 habe die Produktion um ein Prozent über dem Produktionspotenzial gelegen. Die Wirtschaftsforscher sprechen dann von Überauslastung, die gegenwärtig von Jahr zu Jahr zunimmt. “Damit nimmt auch der Gegenwind für die Konjunktur zu”, sagte Kooths. “Mit der steigenden Überauslastung steigt die Fallhöhe für die deutsche Wirtschaft.”

Das IfW verbindet seine mittelfristige Prognose mit Kritik an der Bundesregierung. Statt die Konjunktur mit Abgabensenkungen und Leistungsausweitungen weiter anzufeuern, müssten die Sozialsysteme fit gemacht werden für die Herausforderungen des demografischen Wandels. Mehr ältere Menschen mit höherer Lebenserwartung und gestiegenen Ansprüchen müssten künftig von einer sinkenden Zahl von Erwerbstätigen versorgt werden.

onvista/dpa-AFX

Foto: dpa

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