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Kutzers Zwischenruf: Investieren in Zeit bringt Rendite

Hermann Kutzer

Immer wieder und gerade jetzt schüttele ich den Kopf, wie Privatanlegern die einzelnen Anlageklassen empfohlen werden - als ob alle Anleger gleichgelagert und die Anlageformen vergleichbar wären. Beides trifft nicht zu. Deshalb appelliere ich von Zeit an Zeit an meine Leser / Zuhörer, sich zu „Kümmerern“ zu entwickeln, etwa nach dem Motto: Überlasst die Strategie nicht einfach professionellen Beratern oder einem guten Freund, sondern kümmert Euch selbst um Euer Anlagevermögen. Beim Investieren geht es auch um den Faktor Zeit, womit an  dieser Stelle einmal nicht das Timing von Kauf und Verkauf an der Börse gemeint ist. Inzwischen kann man beobachten, dass sich der Kreis von Selbstentscheidern auch hierzulande ausweitet.

Auf die grundsätzlich herausragende Rolle der Diversifikation wird an allen Ecken hingewiesen, denn wer Aktien kauft, sollte die Risiken (ich sage: die Chancen und Risiken) breit streuen. Man kann einen ähnlichen Begriff hinzufügen: Differenzierung. Denn wie man mischen sollte, wird meinungsabhängig überall verkauft. Aber wo lesen Sie, geschätzte Anleger, wie viele Aktien / Branchen / Länder für Sie geeignet sind? Ich habe Privatanleger kennengelernt, die schlappe 20.000 Euro auf 8 bis 10 Aktien verteilt haben - und andererseits Menschen mit Depots über 500.000 Euro, die auf nur 3 Aktien sitzen. Ähnlich unsinnig ist es, insgesamt gut 100.000 Euro im Laufe der Jahre in knapp 100 Einzelwerte zu stecken - wer behält da Über- und Durchblick?

Aktuell ärgert mich (ein bisschen), wie das edle Metall behandelt wird. Denn seit seiner Renaissance gibt es zahlreiche Gurus, die Gold dringend empfehlen, weil mutmaßlich weiterer Preisanstieg lockt (erst einmal über 1.600 Dollar) und überhaupt das Krisenmetall künftig mehr verspricht als Wertpapiere. Gleichzeitig kann man ausführliche Warnungen vor einer Goldanlage lesen, zum Beispiel durch Verbraucherschützer, die Gold mit Aktien vergleichen und alle denkbaren Negativfaktoren auflisten. Dabei wird der Sicherheitscharakter (Gold ist sicherer als Papiergeld) oft vernachlässigt. Ich empfehle Gold nie unter Preis- und Renditeaspekten. Unsinnig ist es ebenso, die selbstgenutzte Immobilie mit einem Aktiendepot vergleichen zu wollen. Mit anderen Worten: Zwischen den drei herausragenden Sachanlageklassen Aktien, Immobilien und Gold gibt es gravierende „charakterliche“ Unterschiede, die es individuell zu bewerten gilt, so dass sich ein simpler Vergleich eigentlich verbietet.

Knock-Outs zum Goldpreis

In beiden Richtungen mit festem Hebel Goldpreis handeln und überproportional partizipieren!

Kurserwartung
Goldpreis-Rohstoff wird steigen
Goldpreis-Rohstoff wird fallen
Höhe des Hebels

Deshalb werde ich nicht müde, Privatanlegern zuallererst den Faktor Zeit zu empfehlen. In Zeit zu investieren (= Vorbereitung von Strategie und Taktik), lohnt sich allemal, ist zweifellos ein Renditefaktor. Also, lernen Sie sich selbst und Ihre Anlageziele kennen, bevor sie investieren!

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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