Lufthansa baut Ferienflugprogramm aus - Nachholeffekt erwartet

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Lufthansa baut in der Hoffnung auf eine Lockerung von Reiserestriktionen in der Corona-Pandemie ihr Angebot für Ferienflüge aus.

Mit rund 20 Zielen ab Frankfurt und 13 ab München sei es das umfangreichste Angebot an klassischen Urlaubszielen seit Jahren, erklärte die Lufthansa am Donnerstag. "Unser touristisches Programm für den Sommer 2021 ist so stark wie nie zuvor", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister. "Wir gehen davon aus, dass viele Länder die Reiserestriktionen zum Sommer hin lockern werden, nachdem mehr und mehr Menschen geimpft worden sind." Die Sehnsucht nach Urlaub sei groß. Corona-Impfungen und -Tests sowie die Hygienekonzepte von Flughäfen und Airlines ermöglichten Flugreisen. Deshalb sei ein starker Nachholeffekt im Sommer zu erwarten.

Die Lufthansa steckt wie alle Airlines weiter in der Krise wegen der Pandemie. Der Konzern wird mit neun Milliarden Euro Staatsgeldern aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz vor einer Pleite geschützt. Stärker als vor der Krise setzt die Lufthansa auf Ferienflüge, denn die profitableren Geschäftsreisen werden wegen der nun ins Internet verlagerten Treffen und Konferenzen vermutlich noch länger kaum gefragt sein. Mit ihrem Programm fliegt die Airline im Sommer viele Ziele rund ums Mittelmeer oder in der Karibik an, die auch von Condor und TUI angesteuert werden. Dazu gehören in Europa die Kanarischen Inseln, Griechenland, Italien, Tunesien oder Ägypten. Die neue touristische Langstreckenairline "Eurowings Discover" soll zu Fernzielen wie der Dominikanischen Republik, Kenia, Mauritius oder Anchorage in Alaska abheben.

Aktuelle Zahlen vom internationalen Flughafenverband ACI illustrieren unterdessen, wie schwach die Luftfahrt aufgrund der Pandemie gerade dasteht. In den ersten beiden Februar-Wochen zählten die Flughäfen in Europa 89 Prozent weniger Passagiere als vor einem Jahr, kurz vor dem weltweiten Corona-Ausbruch. Das waren 157 Millionen Fluggäste weniger. Von Europa aus habe es gut 6900 Flugverbindungen weniger geben, seit November seien damit 900 entfallen. In Deutschland betrug der Rückgang der Passagierzahl 90 Prozent. Die Luftfahrt- und Tourismusbranche forderte am Donnerstag zum EU-Gipfel eine Koordinierung der Corona-Maßnahmen in der Europäischen Union sowie Strategien für die Wiederaufnahme des Reiseverkehrs in Europa.

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