Ölpreisverfall führt zu Milliardenverlust bei Eni

dpa-AFX

ROM (dpa-AFX) - Die Corona-Pandemie sowie die kollabierenden Ölpreise haben dem Ölkonzern Eni im ersten Quartal einen Milliardenverlust eingebrockt. Der Nettoverlust betrug 2,9 Milliarden Euro, wie das italienische Unternehmen am Freitag in Rom mitteilte. Im Vorjahr hatte Eni noch knapp 1,1 Milliarden Euro verdient. So musste Eni den Buchwert seiner Öllagerbestände den fallenden Marktpreisen anpassen, hinzu kamen Abschreibungen auf die Öl- und Gasaktivitäten. Bereinigt erzielte Eni ein kleines Plus von 59 Millionen Euro und damit einen Bruchteil des im Vorjahr verbuchten Gewinns von 992 Millionen Euro. Die Erlöse brachen um ein Viertel auf rund 13,9 Milliarden Euro ein.

Eni sieht sich dennoch finanziell solide aufgestellt. Der bereinigte Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag im ersten Quartal den Angaben zufolge bei 1,95 Milliarden Euro, was allerdings 43 Prozent weniger waren als im Vorjahr. Die Liquiditätsreserve liegt derzeit bei 16 Milliarden Euro. Um auf die Krise zu reagieren, kappt der italienische Konzern Investitionen und kündigte Kosteneinsparungen von 600 Millionen Euro im laufenden Jahr an. Zudem setzt Eni sein laufendes Aktienrückkaufprogramm aus. Eine Wiederaufnahme macht das Unternehmen von der Entwicklung des Brent-Preises abhängig.

Zudem kürzt der Konzern seine Förderprognose auf 1,75 bis 1,8 Millionen Barrel Öleinheiten pro Tag. Darin nicht enthalten sind die von der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) geplanten Förderkürzungen.

Mitte April hatten sich die Opec und ihre Partner wegen der Corona-Krise auf eine Drosselung für die Monate Mai und Juni geeinigt, um den zuletzt rasant gefallenen Ölpreis zu stabilisieren. Am Donnerstag kostete Opec-Öl gerade mal etwas mehr als 12 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Anfang des Jahres betrug der Korbpreis noch fast 68 US-Dollar je Barrel./nas/jsl/mis

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