Telekom: Post-Chef Appel übernimmt Vorsitz im Aufsichtsrat – Keine Sorge Aktie wird heute ex-Dividende gehandelt

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Nicht erschrecken. Die Hauptversammlung der Deutschen Telekom hatte keine böse Überraschung parat, sondern heute wird die Aktie ex Dividende gehandelt. Je Anteilsschein gibt es 64 Cent je Aktie. Da die Aktie kurz nach Handelsstart nur 48 Cent verliert, liegt der Kurs so gesehen eigentlich leicht im Plus.

Frank Apple zieht in den Aufsichtsrat ein

Der Vorstandschef der Deutschen Post , Frank Appel, führt künftig auch den Aufsichtsrat der Deutschen Telekom. Das Kontrollgremium des größten deutschen Telekommunikationskonzerns wählte Appel am Donnerstagabend im Anschluss an die Hauptversammlung zum Aufsichtsratsvorsitzenden, wie die Telekom in Bonn mitteilte. Zuvor hatten die Telekom-Aktionäre den Weg für den Post-Chef frei gemacht, in Personalunion auch den Aufsichtsrat zu führen.

Zwar äußerte eine ganze Reihe von Aktionären Bedenken wegen der Doppelbelastung des Managers. Doch erhielt Appel auf dem Aktionärstreffen der Telekom in Bonn am Ende doch die notwendige Mehrheit für den Einzug ins Kontrollgremium. Insgesamt stimmten knapp 84 Prozent des anwesenden Grundkapitals für den Manager. Appel tritt die Nachfolge von Ulrich Lehner an, der nach 14 Jahren aus dem Telekom-Aufsichtsrat ausscheidet.

Der 60-jährige Appel will gut ein Jahr lang eine Doppelfunktion wahrnehmen und auf dem Chefsessel der Post bleiben und zugleich an der Spitze des Telekom-Aufsichtsrats stehen. Bei etlichen Aktionärsvertretern kam das nicht gut an. Sie warnten vor einer zeitlichen Überbelastung Appels und verwiesen darauf, dass ein Regelwerk zur guten Unternehmensführung von so einer Doppelfunktion abrate.

Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka Investment etwa betonte: „Selbst für den besten Manager sind diese beiden Mandate zu viel.“ Und auch Henrik Pontzen von der Fondsgesellschaft Union Investment sagte, Appel könne nicht gleichzeitig Post-Chef und Telekom-Chefkontrolleur sein. „Auch wenn es nur vorübergehend ist: zwei Spitzenposten sind einer zu viel.“ Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) übte ebenfalls Kritik.

Appel selbst verteidigte auf der Hauptversammlung seine Kandidatur. Er kündigte an, er werde in Kürze einen Teil seiner Aufgaben bei der Post abgeben, um genug Zeit für sein Aufsichtsratsmandat bei der Telekom zu haben. Außerdem habe er in der Vergangenheit schon mehrfach ähnliche Doppelbelastungen bewältigt – etwa als er in der Finanzkrise gleichzeitig Postchef und Aufsichtsratsvorsitzender der Postbank gewesen sei.

Auch der scheidende Telekom-Aufsichtsratschef Lehner verteidigte die Berufung Appels. Der Postchef sei „eine außerordentlich qualifizierte Besetzung“ für den Posten. „Verfügbare Kandidaten dieses Kalibers sind rar.“ Der deutsche Corporate-Governance-Kodex zur Unternehmensführung lasse außerdem in Ausnahmefällen eine solche Lösung zu. Die Entscheidung für Appel sei vernünftig und richtig.

Eine eher untergeordnete Rolle spielte bei dem Aktionärstreffen der Ukraine-Krieg. Die Telekom sei davon nur wenig betroffen – auch nicht durch Russland-Sanktionen, betonte Konzernchef Tim Höttges. Denn der Konzern habe in Russland kein eigenes Geschäft betrieben. Allerdings beschäftigte die Telekom dort zuletzt rund 2000 Software-Entwickler. Ihnen habe der Konzern inzwischen angeboten, außerhalb Russlands für den Konzern weiter zu arbeiten. „Sie können von anderen Ländern aus für uns tätig sein. Und ein Großteil der Beschäftigten hat dieses Angebot bereits angenommen und das Land verlassen“, sagte Höttges.

Aktie bleibt ein zweischneidiges Schwert

Die Papiere der Deutschen Telekom ziehen immer noch mit das größte Interesse unter den Dax-Titeln auf sich. Allerdings gelten die Papiere auch als die langweiligste Aktie im deutschen Leitindex. Der Kursverlauf spiegelt das in etwa auch wieder. Obwohl viele Analysten positiv gestimmt für die Aktie und Kurse von deutlich mehr als 20 Euro erwarten, passiert im Chart nicht sehr viel. Zwar konnte die Telekom im vergangenen Jahr kurzfristig auf ein Mehrjahreshoch steigen, fiel allerdings schnell auch wieder zurück. Jetzt scheint das Papier den nächsten Anlauf zu nehmen, sein langweiliges Image abzustreifen. Ein Sprinter wird die Aktie dabei allerdings nicht. Daher sollten nur Anleger die sehr geduldig sind bei der Aktie einsteigen.

Redaktion onvista / dpa-AFX

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