VIRUS/GESAMT-ROUNDUP: Debatte über einheitliche Lockerung der Kontaktsperren

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat dafür plädiert, beim schrittweisen Ausstieg aus den strikten Kontaktsperren regionale Besonderheiten zu berücksichtigen. Allerdings sollte "so viel gemeinsam geschehen wie möglich", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Leider scheren jetzt schon einzelne Länder aus. Wir sollten aber in Deutschland eine Linie behalten."

Für ein möglichst einheitliches Vorgehen plädiert auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Zwar habe man in den Ländern sehr unterschiedliche Situationen - zum Beispiel hinsichtlich der Zahl der Infektionen, sagte der SPD-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin". Dennoch wäre es sehr hilfreich, wenn die Länder "im gleichen Schritt in die gleiche Richtung gehen, dass da keine Verwirrung entsteht".

SÖDER WILL REGIONALE UNTERSCHIEDE BEI EXITPLAN BERÜCKSICHTIGT SEHEN

Die Strategien der Länder für den Weg aus dem Corona-Ausnahmezustand müssen nach Ansicht von Bayerns Regierungschef Markus Söder nicht zwingend komplett deckungsgleich sein. "Tatsächlich ist die Situation regional unterschiedlich - in Bayern und Baden-Württemberg ist sie anders als in Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein", sagte der CSU-Chef der Deutschen Presse-Agentur in München. "Insofern muss auch das gemeinsame Konzept in Deutschland den unterschiedlichen Situationen gerecht werden."

Dagegen betonte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im ZDF-"Morgenmagazin", es könne nicht das Ziel sein, dass es zum Beispiel unterschiedliche Lösungen bei Schulöffnungen gebe.

VIROLOGE REGT SCHRITTWEISE RÜCKKEHR ZUM UNTERRICHT AN

Der Essener Virologe Ulf Dittmer hält eine schrittweise Öffnung der Schulen nach den Osterferien aus fachlicher Sicht für möglich. "Man könnte mit der Oberstufe anfangen", sagte der Direktor des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Essen der Deutschen Presse-Agentur. Älteren Schülern falle es leichter, die notwendigen Regeln einzuhalten. Essentiell seien die Abstandsregeln. "Das Risiko, dass sich die Kinder in der Schule gegenseitig anstecken und schwer an Covid-19 erkrankten, halte ich daher für äußerst gering."

RUND 108 200 CORONA-NACHWEISE IN DEUTSCHLAND - 2079 TOTE

In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mindestens 108 200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag: mehr als 103 100). Mindestens 2079 mit Sars-CoV-2 Infizierte starben bislang bundesweit (Vortag: 1819). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 46 300 Menschen die Infektion überstanden. Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 28 000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 589 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 22 800 Fällen und mindestens 413 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 21 400 Fällen und mindestens 514 Toten.

SCHON 650 000 BETRIEBE HABEN KURZARBEIT ANGEMELDET

Die Zahl der Betriebe, die in der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet haben, ist auf 650 000 gestiegen. Das gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt. Dies bedeute eine Steigerung um rund 40 Prozent gegenüber dem jüngsten Vergleichswert. Zum 27. März war die Zahl von 470 000 Betrieben ermittelt worden. Die Bundesagentur geht davon aus, dass der bisherige Rekord von mehr als 1,4 Millionen Kurzarbeitern aus dem Mai 2009 in der Banken- und Finanzkrise deutlich überschritten wird.

BEDFORD-STROHM SIEHT "REVOLUTION DES MITGEFÜHLS"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hofft darauf, dass die Gesellschaft gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen wird. "Die Menschen sind achtsamer geworden aufeinander, die Menschen helfen sich, die Menschen stehen einander bei", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Vergleichbar sei das nur mit der Situation im Jahr 2015, sagte der Theologe. Damals hatten viele Menschen ankommende Flüchtlinge unterstützt.

DFB-PRÄSIDENT BEFÜRCHTET INSOLVENZEN IM PROFIFUßBALL

Die Corona-Pandemie wird nach Einschätzung von DFB-Präsident Fritz Keller dramatische Folgen für den Profifußball haben. "Ich glaube nicht, dass nach der Corona-Krise die Landschaft des Fußballs gleich sein wird wie heute", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes dem TV-Sender Phoenix. "Wir werden einige vermissen, und ich glaube, je länger das geht, umso mehr Insolvenzen werden wir auch im Profifußball haben."

RAUMFAHRER STARTEN TROTZ CORONA-KRISE ZUR ISS

Unter beispiellosen Sicherheitsvorkehrungen wegen der Corona-Pandemie sind drei Raumfahrer pünktlich zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Die Sojus-Rakete mit den Russen Anatoli Iwanischin, Iwan Wagner und dem Nasa-Astronauten Christopher Cassidy hob um 10.05 Uhr (MESZ) vom Weltraumbahnhof Baikonur bei sonnigem Wetter ab. Gut sechs Stunden soll der Flug zum Außenposten der Menschheit in rund 400 Kilometer Höhe dauern. Die Crew war seit gut einem Monat in Quarantäne gewesen - zum Schutz vor dem Virus.

AUSZAHLUNG VON SOFORTHILFEN IN NRW WEGEN BETRUGSVERDACHTS GESTOPPT

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium stoppt wegen mutmaßlich betrügerischer Internetseiten vorübergehend die Soforthilfe-Auszahlungen für Selbstständige und Unternehmen in der Corona-Krise. Ermittler hatten zuvor festgestellt, dass Betreiber von Fake-Seiten mit gefälschten Antragsformularen Daten abgefischt und diese mutmaßlich für kriminelle Machenschaften genutzt haben.

## Berichtigung

- Im ersten Satz muss es richtig heißen: "CSU" (statt: "CDU")./sk/DP/jha

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