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Zalando präsentiert sich mit breiter Brust bei Quartalsbilanz und Ausblick – Aktie springt zweistellig in die Höhe

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Zalando präsentiert sich mit breiter Brust bei Quartalsbilanz und Ausblick – Aktie springt zweistellig in die Höhe

Zalando konnte im Schlussquartal 2018 seinen Umsatz steigern und auch für das laufende Jahr will der Konzern noch einmal eine Schippe drauflegen und kündigt weiteres Wachstum an. Auch die zuletzt arg gebeutelte Profitabilität soll sich wieder verbessern. Dabei setzt der Modehändler verstärkt auf seine Plattformstrategie. Seine Partnerprogramme will Zalando weiter ausbauen. Das ist Musik in den Ohren der Anleger, die die Aktie am Donnerstag nach oben katapultiert haben.

Mehr Kunden, mehr Umsatz – nur die Marge sinkt leicht

Im wichtigen vierten Quartal konnte Zalando deutlich mehr Kunden gewinnen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mitteilte. Dabei verzeichnete Zalando das stärkste Wachstum aktiver Kunden in einem Quartal seit fünf Jahren. Dabei hielt allerdings der Trend zu geringer gefüllten Warenkörben an, wie aus einer Präsentation des Unternehmens hervorging. Auch musste Zalando wieder mehr Rabatte gewähren, was auf die Marge drückte.

Der Umsatz stieg im Quartal um knapp 25 Prozent auf rund 1,66 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) nahm von 112,6 Millionen auf 117,8 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge sank jedoch leicht von 8,4 Prozent auf 7,1 Prozent. Dies war mehr, als von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten erwartet hatten.

Für das neue Geschäftsjahr strebt Zalando weiteres Wachstum an: Der Umsatz soll am unteren Ende der Spanne von 20 bis 25 Prozent wachsen, das bereinigte Ebit sieht der Konzern bei 175 Millionen bis 225 Millionen Euro, was im günstigsten Fall wieder deutlich mehr wäre als 2018. Dabei will der Konzern weiter investieren – 300 Millionen Euro sind dafür vorgesehen.

Partnerprogramm als Wachstumstreiber

Zalando will dabei weiter Geld in maßgeschneiderte Angebote stecken und international expandieren. Zudem soll das Partnerprogramm ausgebaut werden. Mittels diesem können Marken ihre Produkte auf der Zalando-Plattform direkt an die Kunden verkaufen. Im vergangenen Jahr trug das Partnerprogramm 10 Prozent zum Bruttowarenvolumen von Zalando bei, bis 2023/24 sollen bis zu 40 Prozent erreicht werden. Das Bruttowarenvolumen umfasst die Gesamtausgaben von Kunden sowohl für Waren von Zalando als auch für solche aus dem Partnerprogramm. Bis 2023/24 soll es auf 20 Milliarden Euro klettern – von aktuell 6,6 Milliarden Euro.

Im Gesamtjahr erreichte der Konzern seine zweimal gesenkten Ziele. Der Umsatz stieg 2018 um 20 Prozent auf knapp 5,4 Milliarden Euro, das bereinigte Ebit sank von 215 Millionen auf 173,4 Millionen. Neben hohen Investitionen litt Zalando wie andere Modehändler auch unter dem heißen Sommer und damit verbundenen vollen Lagern und musste Kunden hohe Rabatte gewähren, um die Ware loszuschlagen. Unter dem Strich verdiente Zalando erheblich weniger: Der Nettogewinn wurde mit 51,2 Millionen Euro fast halbiert.

Um seine Wachstumsziele zu erreichen, erweitert Zalando seinen Vorstand auf fünf Mitglieder und verteilt die Verantwortlichkeiten neu. In den Vorstand neu berufen wurde dabei David Schröder, der künftig das Finanzressort übernehmen soll. Um die Produkt- und Technologiestrategie soll sich Jim Freeman als Chief Technology Officer kümmern.

Aktie klettert zweistellig

An der Börse kam die vorgelegte Bilanz exzellent bei den Anlegern an. Die Papiere stiegen im frühen Handel extrem stark und verbuchten ein Plus von annähernd 18 Prozent. Damit notiert die Aktie nun bei knapp 31 Euro.

Zalando 5-Tageschart (Xetra)

Als kursstützend könnte sich die Profitabilität erweisen. Einem Händler zufolge liegt die bereinigte operative Marge über der Konsensschätzung. „Die Gewinnmarge war bei Zalando lange Zeit das Manko“, sagte der Händler. Auch die durchschnittlichen Volumina der Bestellungen, eine wichtige Kennziffer für das Unternehmen, hätten die Erwartungen übertroffen.

Die für 2019 in Aussicht gestellte operative Marge (Ebit) sei „besser als befürchtet“, schrieb Analystin Georgina Johanan von JPMorgan in einer ersten Einschätzung. Zudem seien die Erwartungen am Markt vor der Veröffentlichung der Zahlen vermutlich nochmals gesunken. Johanan rechnet denn auch mit Kursgewinnen der Aktie.

(Onvista/dpa-AFX)

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Titelfoto: nitpicker / Shutterstock.com

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