Labour-Partei lehnt britische Rückkehr in EU-Binnenmarkt ab

dpa-AFX · Uhr

LONDON (dpa-AFX) - Der außenpolitische Experte der britischen Labour-Partei, David Lammy, schließt trotz schwerer Nachteile durch den Brexit eine Rückkehr Großbritanniens in die EU aus. Zwar sagte der "Schatten-Außenminister" in einer Grundsatzrede, für Labour sei Pragmatismus wichtiger als Ideologie. Zugleich betonte er, eine politische oder wirtschaftliche Wiedervereinigung mit Brüssel komme für die stärkste Oppositionspartei nicht in Frage. Auch unter Labour werde Großbritannien nicht in die EU-Zollunion oder den -Binnenmarkt zurückkehren.

Zuvor hatte bereits Parteichef Keir Starmer eine Rücknahme des Brexits ausgeschlossen. Nach Ansicht von Kommentatoren richten sich die Versicherungen vor allem an die Menschen in den als "Red Wall" bezeichneten traditionellen Labour-Hochburgen im Nordwesten Englands, wo eine Mehrheit für den Brexit gestimmt hatte. Labour liegt in Umfragen klar vor den regierenden Konservativen von Premierminister Rishi Sunak. Die nächste Parlamentswahl ist für 2024 geplant.

Es sei an der Zeit, die alten Diskussionen hinter sich zu lassen, die das Land gespalten hätten, sagte Lammy. "Wir sind entschlossen, für alle zu regieren, nicht nur für diejenigen, die eine bestimmte Ansicht vertreten."

Die Beziehungen zur EU müssten "normalisiert" werden, sagte Lammy. Es sei katastrophal, dass es auch drei Jahre nach dem Brexit keine regelmäßigen Treffen mit der EU gebe. Die Politik der konservativen Regierung habe dazu geführt, dass Großbritannien in Europa isoliert und die britische Wirtschaft enorm geschwächt worden sei. Labour wolle den angerichteten Schaden reparieren. Die für 2025 vereinbarte Überprüfung des Handelsabkommens mit der EU biete eine gute Gelegenheit, etwa um noch immer existierende Handelsbarrieren zu senken oder die Zusammenarbeit in der Wissenschaft zu stärken./bvi/DP/jha

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