ROUNDUP/Schwaches Chipumfeld: Infineon senkt Prognose - Aktie fällt

dpa-AFX · Uhr

NEUBIBERG (dpa-AFX) - Der Chipkonzern Infineon kann sich dem schwachen Halbleiterumfeld nicht entziehen und senkt seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Zudem werden Währungseffekte die Bilanz erheblich belasten. Dabei zeigen sich vor allem die Geschäfte abseits des Automobilbereichs schwierig. Zuvor hatten sich bereits mehrere Konkurrenten pessimistischer geäußert. Die Infineon-Aktie verlor nach dem Handelsstart gut zwei Prozent.

Infineon geht nun für 2023/24 (per Ende September) von einem Umsatz von etwa 16 Milliarden Euro in der Mitte der Spanne (plus/minus 500 Millionen Euro) aus, wie das Unternehmen am Dienstag in Neubiberg mitteilte. Dies würde ein Umsatzminus im Vergleich zum Vorjahr von rund zwei Prozent bedeuten. Ursprünglich hatte der Chiphersteller eine Milliarde Euro mehr in Aussicht gestellt. Etwa die Hälfte des Rückgangs des erwarteten Umsatzes geht dabei den Angaben zufolge auf Währungseffekte zurück. Dabei unterstellt Infineon nun einen Euro-US-Dollar-Wechselkurs von 1,10 - nach zuvor 1,05 Dollar je Euro.

Die Segmentergebnis-Marge, die das operative Ergebnis abbildet, erwartet Infineon nun bei einem niedrigen bis mittleren 20er-Prozentsatz, nach zuvor avisierten 24 Prozent. Im vergangenen Geschäftsjahr standen hier noch 27 Prozent zu Buche. Die neuen Prognosen liegen unter den Erwartungen der Analysten.

"In Consumer-, Kommunikations-, Computing- und IoT-Anwendungen rechnen wir nun erst in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres mit einer spürbaren Nachfrageerholung", kommentierte Konzernchef Jochen Hanebeck. Die Erwartungen im Bereich Automobil seien hingegen nahezu unverändert, "trotz einer Verlangsamung der Nachfrage im Bereich Elektromobilität außerhalb von China".

Infineon senkt angesichts dessen auch die geplanten Investitionen auf etwa 2,9 Milliarden Euro für 2023/24, zuvor hatte sich das Unternehmen 3,3 Milliarden Euro vorgenommen. An "wichtigen Zukunftsinvestitionen" halte das Unternehmen jedoch fest, so Hanebeck. Infineon steckt gerade Milliarden in den Ausbau seiner Kapazitäten, unter anderem an seinem Standort in Dresden.

Die Entwicklung im zweiten Geschäftsquartal dürfte sich nochmals abschwächen, teilte Infineon weiter mit. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und eine Segmentergebnis-Marge von 18 Prozent, was deutlich unter den Markterwartungen liegt.

Im ersten Geschäftsquartal ging der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um elf Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zurück. Dabei sanken die Erlöse in allen vier Segmenten. Die Segmentergebnis-Marge nahm von 25,2 auf 22,4 Prozent ab. Nach Steuern verdiente Infineon mit 587 Millionen Euro ebenfalls weniger als im Vorquartal, als 753 Millionen Euro erreicht wurden.

Die Aktie verlor nach dem Handelsstart in der Dax -Schlussgruppe 2,1 Prozent auf 33,935 Euro. Dabei hatten einige Investoren zuvor bereits eine Prognosesenkung befürchtet. Infineon reiht sich damit ein in die zuletzt negativen Schlagzeilen aus dem Halbleitersektor. So hatten unlängst etwa Intel und STMicroelectronics enttäuscht und den Sektor belastet./nas/mis/men

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