Studie: Beschäftigtenanteil von Ukraine-Flüchtlingen verdreifacht

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Berlin (Reuters) - Die Zahl der in Deutschland arbeitenden Flüchtlinge aus der Ukraine hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich erhöht.

Ihr Anteil an allen Beschäftigten habe sich binnen zwei Jahren auf 0,6 Prozent verdreifacht, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Mittwoch in Nürnberg mit. Demnach waren im vierten Quartal des vorigen Jahres rund 242.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Arbeit, davon 165.000 in einem sozialabgabenpflichtigen Job. 2022 hatte ihr Anteil an den Beschäftigten noch bei 0,2 Prozent gelegen. Der Studie zufolge konzentriert sich der Anstieg vor allem auf kleine und mittlere Betriebe. Gut zwei Drittel der beschäftigten Ukrainer waren in Unternehmen mit zehn bis 249 Mitarbeitern tätig.

Dem IAB zufolge hatten 14 Prozent der Betriebe in den vergangenen zwölf Monaten als Arbeitgeber Kontakt zu Geflüchteten aus der Ukraine, etwa durch Bewerbungen oder Vorstellungsgespräche. Von den Unternehmen, die Personal suchten, gaben 41 Prozent an, mindestens eine Person aus der Ukraine eingestellt zu haben. Hochgerechnet hätten rund 124.000 Betriebe im vergangenen Jahr mindestens einen ukrainischen Flüchtling eingestellt. "Gerade die betrieblichen Erfahrungen in Form von Einstellungen haben einen positiven Effekt auf die Einstellungschancen weiterer geflüchteter Menschen", erklärte IAB-Forscher Martin Dietz.

Die Forscher warnten jedoch, dass die positive Entwicklung einen Dämpfer erhalten könnte. Hintergrund ist die von der Bundesregierung geplante Neuregelung, dass neu ankommende ukrainische Geflüchtete unter das Asylbewerberleistungsgesetz fallen und damit nicht mehr in die Zuständigkeit der Jobcenter. Die Rahmenbedingungen zur Integration in Arbeit und Gesellschaft dürften sich dadurch nicht verschlechtern, mahnte das IAB.

(Bericht von Holger Hansen, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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