US-Admiral für Lateinamerika tritt nach Streit mit Kriegsminister zurück

Reuters · Uhr
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Miami, 12. Dez (Reuters) - Der für Lateinamerika zuständige US-Admiral Alvin Holsey tritt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit Venezuela ⁠vorzeitig in den ‍Ruhestand.

Wie drei US-Regierungsvertreter und zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag sagten, wurde Holsey ‌von Kriegsminister Pete Hegseth zum Rücktritt gedrängt. Hegseth sei unzufrieden mit dem Südkommando, ‍er wolle den Einsatz des US-Militärs in der Region südlich der USA ausweiten. Holseys Abgang folgt auf die Beschlagnahmung eines venezolanischen Öltankers am Mittwoch und mehr als 20 tödliche Angriffe auf mutmaßliche Drogenschmugglerboote.

Hintergrund ‍ist das Ziel von US-Präsident Donald ⁠Trump, die Monroe-Doktrin aus dem 19. Jahrhundert wiederzubeleben, die die westliche Hemisphäre zur Einflusszone Washingtons erklärt. Hinweis auf diesen ‍Kurswechsel ist das Zusammenziehen starker Marineverbände in der Karibik. Die US-Regierung hat den ⁠Kampf gegen Drogenkartelle zu einem bewaffneten Konflikt erklärt. Hegseth schrieb dazu, das Militär werde die Kartelle aufspüren, sie töten und ihre Netzwerke zerschlagen.

Admiral Holsey ‍selbst hat einen Zusammenhang ‌von seinem Rücktritt mit den Einsätzen in der Karibik öffentlich bestritten. Sein Abgang ist jedoch der jüngste in einer Reihe von Austritten hochrangiger Offiziere, seit Hegseth das Pentagon leitet. Holseys Stellvertreter, Luftwaffengeneral Evan Pettus, wird die Führung des Südkommandos kommissarisch übernehmen.

(Bericht von Phil Stewart und Idrees Ali. Geschrieben von Isabelle Noack. Redigiert von ⁠Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‍Märkte).)