Myanmar - Junta äußert sich erstmals zu Zustand von Suu Kyi
Tokio, 17. Dez (Reuters) - Die Militärjunta in Myanmar hat auf die Sorgen des Sohnes von Aung San Suu Kyi reagiert und erklärt, die entmachtete Regierungschefin sei bei guter Gesundheit.
"Daw Aung San Suu Kyi ist bei guter Gesundheit", hieß es am Dienstag in einer Erklärung, die von der staatlichen Nachrichtenplattform Myanmar Digital News verbreitet wurde. Ihr Sohn Kim Aris forderte daraufhin umgehend Beweise. "Wenn es ihr wirklich gut geht, können sie es beweisen", sagte Aris am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Tags zuvor hatte Aris in einem Interview mit Reuters die Befürchtung geäußert, seine 80-jährige Mutter könne bereits tot sein, da er seit Jahren nichts von ihr gehört habe. Die Junta warf Aris vor, mit seinen Äußerungen die bevorstehenden Wahlen stören zu wollen.
Aris wies dies zurück. "Ich habe nicht die Absicht, mich in die Politik Burmas einzumischen", sagte er und benutzte den früheren Namen des Landes. "Aber nach Jahren der totalen Isolation, Geheimhaltung und des Schweigens würde jeder Sohn anfangen, das Schlimmste zu befürchten." Suu Kyi verbüßt eine 27-jährige Haftstrafe unter anderem wegen Anstiftung zum Aufruhr, Korruption und Wahlbetrug. Sie weist alle Vorwürfe zurück. Die Militärregierung hat Wahlen angesetzt, die zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 stattfinden sollen. Die Vereinten Nationen (UN) haben jedoch erklärt, sie gingen nicht von einer freien und fairen Abstimmung aus. Ein Sprecher der Militärregierung reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.
(Bericht von John Geddie. Geschrieben von Isabelle Noack. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)




