Lebensmittelkonzern

Neuer Nestlé-Chef setzt auf Innovationen statt Zukäufe

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Der neue Nestlé-Chef Philipp Navratil will den Lebensmittelkonzern auf Wachstum trimmen.

Ziel sei es, möglichst rasch ein organisches Wachstum von vier ⁠Prozent zu erreichen, ‍sagte Navratil der Zeitung "Finanz und Wirtschaft" in einem am Dienstag veröffentlichten Interview, seinem ersten seit dem Amtsantritt vor rund ‌100 Tagen. Dabei setze er auf Innovationen innerhalb des bestehenden Portfolios und nicht auf Zukäufe.

In ‍den vergangenen Jahren habe der Konzern Vertrauen bei den Investoren eingebüßt, weil er in einigen Quartalen nicht geliefert habe. Um dieses Vertrauen zurückzugewinnen, müsse man nun wieder Konstanz zeigen und die Resultate Quartal für Quartal liefern. Er arbeite zudem mit Hochdruck am geplanten ‍Verkauf des Wasser- und des Mainstream-Vitamingeschäfts.

"Wir arbeiten ⁠daran, diese Deals so schnell wie möglich, aber auch mit den richtigen Details abzuschließen. Beides sind komplizierte Abspaltungen", sagte er. Die beiden Verkäufe würden ‍helfen, die Verschuldung des Konzerns zu senken. "Der Verschuldungsgrad ist momentan näher beim Dreifachen des Ebitda als beim ⁠Zweifachen, und das müssen wir ändern."

Die rund 37 Milliarden Franken schwere Beteiligung an dem französischen Kosmetikkonzern L'Oreal sei ein finanzielles Investment, betonte er. "Wir evaluieren sie mit dem Verwaltungsrat ‍immer wieder, aber es gibt nichts ‌Neues zu sagen", sagte er auf die Frage, ob Nestlé die Beteiligung reduzieren wolle.

Navratil ist der dritte Konzernchef innerhalb von anderthalb Jahren. Sein Vorgänger Laurent Freixe war wegen eines Verstoßes gegen den Verhaltenskodex entlassen worden, dessen Vorgänger Paul Bulcke trat vorzeitig ab. Er wolle nun mit Transparenz und Offenheit führen und als Beispiel vorangehen, sagte Navratil. Kurz nach ihm hatte auch Pablo Isla als neuer Verwaltungsratspräsident begonnen.

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