Rüstungskonzern TKMS bietet für Kieler-Werft GNYK

Reuters · Uhr
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- von Tom Käckenhoff und Christoph Steitz

Düsseldorf/Frankfurt, 08. Jan (Reuters) - Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS strebt eine Übernahme der Werft German Naval Yards Kiel(GNYK) an.

"Vonseiten TKMS ⁠haben wir ein ‍nicht bindendes Angebot gegenüber German Naval Yards (GNYK) abgegeben", sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Die ‌Gespräche zwischen den beiden Unternehmen würden weiterhin ergebnisoffen geführt. TKMS hatte angekündigt, die Bücher des Unternehmens ‍zu prüfen. Die Werft mit rund 400 Beschäftigten baut Kriegsschiffe wie Fregatten und Korvetten. Eine GNYK-Sprecherin wollte sich zu dem Vorstoß nicht äußern.

RÜSTUNGSBOOM TREIBT SUCHE NACH INDUSTRIEFLÄCHEN AN

TKMS-Chef Oliver Burkhard hatte vor einem Monat angekündigt, die Bücher der Werft zu prüfen. Diese liegt ‍in Kiel in direkter Nachbarschaft zu den eigenen ⁠Anlagen zum Bau von U-Booten. "Wir gucken uns das an, sehr rasch, und entscheiden dann auch sehr schnell", hatte der Manager betont. Dies könne in ‍den nächsten Wochen der Fall sein. TKMS nutze bereits zum Teil Anlagen von GNYK. Burkhard betonte mehrfach, ⁠dass eine Übernahme des Nachbarunternehmens nicht zwingend nötig sei. "Wir wollen uns schnell die Karten legen." Harte Verhandlungen sind ihm nicht fremd. Als ehemaliger IG-Metall-Chef von Nordrhein-Westfalen hat er zahlreiche Tarifverhandlungen ‍geführt.

Der Rüstungsboom füllt Unternehmen wie ‌TKMS die Auftragsbücher. Flächen wie die von GNYK sind begehrt, da sie Platz für die Abwicklung der Aufträge bieten. Einem Insider zufolge hat auch das international aufgestellte Unternehmen Inocea Group Interesse an GNYK und stehe mit der Werft in Verhandlungen. GNYK gehört zum französischen Familienkonzern CMN Naval. Die Aussicht auf steigende Militärausgaben hat auch am Donnerstag die Aktienkurse von Rüstungskonzernen wie Rheinmetall weiter nach oben getrieben.

(Bericht von Tom ⁠Käckenhoff, Christoph Steitz, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‍Märkte).)