
Apple hat am Donnerstagabend Zahlen zum traditionell wichtigen Schlussquartal vermeldet und dabei weitaus mehr als erwartet geliefert. Der iPhone-Hersteller erlöste von Oktober bis Dezember insgesamt 143,7 Milliarden Dollar und damit gut sechs Milliarden Dollar mehr als erwartet. Je Aktie blieb davon ein Gewinn von 2,84 US-Dollar. Konzernchef Tim Cook sprach von einer "umwerfenden Nachfrage" nach dem iPhone, dem wichtigsten Umsatzbringer Apples. Allein hier setzte Apple mehr als 85 Milliarden Dollar im Quartal um.
Analysten hatten mit Gesamtumsätzen von 138,5 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 2,67 US-Dollar gerechnet. Im Vorjahresquartal hatte Apple 124,3 Milliarden Dollar erlöst, unterm Strich blieben davon 2,40 Dollar Gewinn je Aktie.
Das Schlussquartal des Jahres - Apples erstes Quartal des Geschäftsjahres - hat traditionell eine große Bedeutung für den Konzern. So kommen beispielsweise die neuesten Generationen von Umsatzbringern wie dem iPhone immer zum Jahresende, pünktlich für das Weihnachtsgeschäft, in den Handel.
Wie wichtig dieses Quartal daher ist, zeigen die vergangenen Quartale deutlich. Der Umsatz der drei übrigen Jahresviertel beträgt im Schnitt rund 90 Milliarden US-Dollar, die Schlussquartale lagen aber stets deutlich über diesem Wert. Von den letzten drei Monaten 2025 hatten die Anleger sogar noch etwas mehr als sonst erwartet. Ende 2024 wuchs Apples Quartalsumsatz um 4,0 Prozent zum Vorjahr, die Prognosen wiederum signalisierten einen weiteren Sprung um 11,4 Prozent. Tatsächlich steigerte Apple den Umsatz in diesem Quartal sogar um fast 16 Prozent zum Vorjahresquartal.
In einer ersten Reaktion zog die Aktie nachbörslich um gut zwei Prozent auf 263 US-Dollar an. Im regulären US-Handel hatte die Aktie ein moderates Plus von 0,7 Prozent verbucht.
Apple blieb im KI-Boom wenig beachtet
Das Unternehmen, lange Zeit wertvollster Börsenkonzern der Welt, rückte im Boom um KI aus dem Fokus der Anleger. Anders als Tech-Größen wie Alphabet, Amazon, Meta oder Microsoft gilt Apple nicht als sogenannter "Hyperscaler", und ist ebenso wenig Profiteur milliardenschwerer Investitionen wie beispielsweise die Chiplieferanten Nvidia oder TSMC. Mehr noch: Wall-Street-Analysten beunruhigen die Preistrends bei Komponenten wie etwa Arbeitsspeicher.
Selbige verteuerten sich im Wettrennen um die größte KI-Kapazität immens. Auch Apple ist auf diese Bauteile für Produkte wie das iPhone oder das iPad angewiesen. Spätestens ab Apples zweitem Geschäftsquartal (dem ersten Kalenderquartal) könnten hier negative Effekte auf die Margen auftreten, schätzen Analysten. Die Gewinnmarge Apples, im Vorquartal bei fast 27 Prozent, war bislang immer ein Aushängeschild des Geschäfts mit den hochpreisigen Elektronikgeräten.
Zudem rätselte der Markt lange, wie Apple den KI-Trend für sich nutzt. Im Januar bestätigten sich schließlich Gerüchte, die es seit Mitte 2025 gab: Apple wird für seinen Sprachassistenten Siri auf die Google-KI Gemini zugreifen, wie es in einer damaligen Mitteilung beider Konzerne hieß.
Aufgrund der abseitigen Rolle Apples im KI-Wettrennen hat sich die Aktie 2025, in US-Dollar gerechnet, nur wenig bewegt. Auf Jahressicht ging es um 7,7 Prozent nach oben, während der Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 um rund 20 Prozent zulegte. Seit einem Hoch bei 288 Dollar im Dezember gab die Aktie zudem nach. Bestätigt sich das nachbörsliche Plus im Handel am Freitag, käme die Aktie dieser Marke wieder ein gutes Stück näher.




