Schwappt Japans Bondkrise über? Puma: Was ändert sich durch Anta? Sind die Silber-Gewinne noch gesund?
Lara Strauch

Schwappt Japans Bondkrise über?
Japan verfolgt eine grundsätzlich andere Schuldenpolitik als Amerika oder Europa. Diese umfasst unter anderem die gezielte Steuerung des Yen als wichtigste Stütze des Exports. Zudem befinden sich japanische Staatsanleihen größtenteils im Besitz japanischer Investoren. Die Verbindung von Emissionen für Staatsanleihen und der Steuerung der Geldmenge gehört ergänzend dazu. In allen Fällen unter sehr strenger Kontrolle von Regierung und Notenbank. Eine unabhängige Notenbank gibt es nicht.
Das Ergebnis: Die neue Ministerpräsidentin will die Wirtschaft anregen, was sie bereits verkündete. Dazu gehören Staatsaufträge, die über die Bondemissionen finanziert werden. Das ist der Grundtrend für einen weiterhin rückläufigen Yen-Kurs, aber steigende Zinsen infolge der größeren Emissionsvolumen.
Stimmig ist das Ganze aus europäischer Sicht nicht, aber entspricht japanischer Praxis seit Anfang der 1960er-Jahre. Eine wichtige Begleitung ist die Steuerung des Yen-Kurses gegen Dollar und Euro zur Unterstützung des japanischen Exportes. Nur darin liegt die ökonomische Dynamik der Japaner. Die Brücken zu Europa oder dem Dollar-Markt sind sehr begrenzt.
Puma: Was ändert sich durch Anta?
Der Einstieg von Anta bei Puma ist ein Anfang. 35 Euro für das Pinault-Paket werden zügig ausgebaut werden bis zu einer Mehrheit. Kann sein, dass daran regulatorische Vorschriften hängen, die zu einem vorzeitigen Übernahmeangebot für alle anderen Aktionäre führen müssen. Das ist noch offen.
Ein echter Puma-Kurs in Relation zum Umsatz (rund 8,9 Milliarden Euro) ist damit noch nicht erreicht. Kurse um 60 bis 70 Euro sind eine Perspektive im Vergleich zu Adidas oder Nike. Wie die Chinesen dies steuern, wird sich demnächst zeigen. Vorerst ist der Ansatz wichtig: Puma ist immer noch ein Kauf.
Silber: Sind diese Bewegungen noch gesund?
Silber rechtfertigt seine bekannte Rolle als Begleiter zum Goldpreis, aber mit der stets erheblichen Volatilität, die in den letzten Wochen besonders sichtbar wurde. Dazu gehören immer kräftige Korrekturen, wie vor rund 10 Tagen mit Tagesverlusten bis 15 Prozent.
Das entspricht dem Silberpreis, weil die spekulativen Positionen in Silber nicht zu vermeiden sind. Nur der Grundtrend für Silber wird vom Gold geliefert. Hier sind 5.000 Dollar noch nicht das letzte Wort gewesen.




