Heiko Böhmer

Endet der Januar positiv – treibt das in den meisten Fällen die Börsen für den Rest des Jahres an. 2026 sieht es anders aus. Vielen Indizes ist zum Monatsende die Puste ausgegangen. Von der unbesorgten Stimmung, die noch vor wenigen Tagen, viele Indizes rund um den Globus auf neue Rekordstände gebracht hat, ist kaum etwas übrig.
Der erste Monat des Jahres endet mit dem kräftigen Kater nach einer Party.
Dazu haben sicherlich viele Ereignisse in den vergangenen Wochen beigetragen, die als einzelne Ereignisse noch vor wenigen Jahren so kaum denkbar waren. Gemeint ist hier natürlich die Eskalation in den USA durch die Trump-Administration. Ob außenpolitisch mit dem Evergreen „Wir wollen Grönland haben" oder innenpolitisch mit den unglaublich überzogenen Maßnahmen und dem fast schon enthemmten Auftreten der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis.
Gut möglich, dass der Januar 2026 im Rückblick ein Wendepunkt für die Trump-Administration war und wir auf diese Ereignisse in nur wenigen Monaten zurückschauen und denken: „Das war aber auch lange überfällig, dass sich in den USA etwas verändert. Das ein Ruck durch das Land geht.“
Die Trump-Furcht wird kleiner – das ist gut für die Börse
Aus Börsensicht hat die neue Lage eine klare Neueinschätzung gebracht: Trump zieht am Ende doch nicht durch. Er ist doch nicht die große Gefahr für die Börse. Aber das beruhigt nicht wirklich. Aktuell rücken eben zwei andere Dinge in den USA in den Fokus: der rasch sinkende Dollar und die gleichzeitig stark steigenden Preise für Edelmetalle.
Die klaren Gewinner im Januar waren ganz klar Gold und Silber. Deren Preise sind in den vergangenen Wochen wahrlich an einer Mauer der Angst gestiegen. Wer jetzt bei dieser Party noch mitfeiern möchte, kommt wohl schon zu spät. Die Musik spielt zwar noch, aber das kann schnell vorbei sein.
Einen ersten Vorgeschmack lieferte der Abschluss dieser Woche: In der Spitze rauschte der Silberpreis um mehr als 30 Prozent nach unten. Beim Gold fiel der Absturz mit am Ende rund zehn Prozent zwar geringer aus. Dieses wilde Tagesgeschehen zeigt aber ganz klar, was bei den Edelmetallen möglich ist.
Wie so oft auch bei Aktien in Übertreibungsphasen gilt hier: Einfach Ruhe bewahren! Es kommen wieder attraktivere Einstiegspreise nach den schon fast exponentiellen Preisanstiegen der vergangenen drei Monate.




