Thyssenkrupp prüft Ausgliederung von Material-Sparte noch 2026

Düsseldorf, 18. Feb (Reuters) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp könnte Insidern zufolge noch in diesem Jahr sein milliardenschweres Handelsgeschäft neu aufstellen.
Möglich sei unter anderem eine Abspaltung, ein Börsengang oder ein Verkauf, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Geprüft werde auch eine Änderung der Rechtsform des Geschäfts in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), um bei einem Verkauf von Anteilen die Kontrolle zu behalten. Ein Börsengang sei bereits im Herbst möglich, sagte einer der Insider. Dies würde aber auch davon abhängen, dass die Sparte im laufenden Quartal ihre Performance verbessert. Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez hat seit seinem Amtsantritt Mitte 2023 den Traditionskonzern umgekrempelt. Das Wasserstoffgeschäft mit der Tochter Nucera ist inzwischen ebenso an der Börse notiert wie die Rüstungsschmiede TKMS. Mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel International verhandelt Lopez zudem über einen Verkauf der Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe.
"Wir sind zuversichtlich, dass Materials Services erfolgreich an den Kapitalmarkt gebracht werden kann – auch in einem herausfordernden Umfeld", sagte ein Sprecher. Wann genau dies geschehe, mache Thyssenkrupp - wie bei jeder geplanten Transaktion - auch vom Marktumfeld abhängig. "Wir sehen im Markt Potenzial für Konsolidierung, begreifen dieses Potenzial aber nicht als Risiko, sondern als Chance für Materials Services. Klar ist, dass wir eine Verselbstständigung anstreben – in welcher Struktur dies geschehen kann, werden wir sorgfältig prüfen." Materials Services war im Geschäftsjahr 2024/25 auf einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro gekommen. Die Sparte, die unter anderem Logistik- und Verarbeitungsdienstleistungen für Materialien wie Stahl und Kunststoffe anbietet, beschäftigt über 15.000 Menschen.
In der Branche gibt es aktuell viel Bewegung: Klöckner&Co ist Ziel einer 2,4 Milliarden Dollar schweren Übernahme durch den US-Konkurrenten Worthington Steel. Zudem haben sich die beiden Rivalen Ryerson und Olympic Steel erst kürzlich zusammengeschlossen.




