Konjunkturdaten

Auftragspolster der deutschen Industrie so dick wie zuletzt 2022

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Viktollio/Shutterstock.com

Das Auftragspolster der deutschen Industrie ist im Dezember den fünften Monat in Folge gewachsen. Der Bestand an offenen Bestellungen stieg um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Damit sind die ‌Auftragsbücher so gut gefüllt wie seit Oktober 2022 nicht mehr.

Verglichen mit dem Vorjahresmonat lag das Plus sogar bei 7,0 Prozent. Die ⁠Reichweite des ⁠Auftragsbestands stieg im Dezember auf 8,2 Monate - der höchste Wert seit Beginn der Statistik 2015. Der Wert gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne Neugeschäft theoretisch produzieren müssten, um vorhandene Bestellungen abzuarbeiten.

Wachstum in vielen Bereichen - aber nicht in der Automobilindustrie

"Der wachsende Auftragsbestand stärkt die Hoffnung auf ein Konjunkturerwachen", sagte ‌der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander ‌Krüger. "Wichtig ist jetzt, dass die Auftragslage breiter wird und in eine höhere Kapazitätsauslastung mündet." Ob Unternehmen angesichts schwieriger Standortbedingungen dazu bereit seien, bleibe abzuwarten. Durch ⁠staatliche Investitionen dürften Auftragsimpulse erst einmal anhalten.

Der Anstieg geht wesentlich auf den ‌Sonstigen Fahrzeugbau zurück, zu dem Flugzeuge, ⁠Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge gehören. Hier wuchs der Bestand um 4,5 Prozent zum Vormonat. Dieser Bereich profitiert von staatlichen Großaufträgen für die Aufrüstung. Einen noch größeren Zuwachs meldeten die Hersteller von ‌Metallerzeugnissen mit 5,4 Prozent. In der ⁠Automobilindustrie sank der Auftragsbestand hingegen ⁠um 2,9 Prozent.

Die offenen Aufträge aus dem Inland legten im Dezember um 3,0 Prozent zu. Die aus dem Ausland stagnierten dagegen auf dem Vormonatsniveau. Die Ergebnisse für das Saarland lagen für die Berechnung des Bundesergebnisses nicht rechtzeitig vor und wurden daher geschätzt.

Bei den Herstellern von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen stieg die Reichweite auf 11,2 Monate. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern legte sie leicht auf 4,4 ⁠Monate zu, bei den Herstellern von Konsumgütern stieg sie auf 3,9 Monate.

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