Deutschland und Frankreich verschieben erneut Entscheidung über FCAS-Kampfjet
Berlin, 06. Mrz (Reuters) - Die Entscheidung über den Bau des europäischen Luftkampfsystems FCAS wird erneut verschoben. "Wir befinden uns in einem intensiven Dialog mit Frankreich und werden hier sicherlich auch innerhalb der nächsten Wochen dann auch zu einer Entscheidung kommen", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Freitag in Berlin. Das Projekt werde von der Bundesregierung als "sehr, sehr wichtig" erachtet, sei aber auch sehr komplex. Zuletzt hatte die Bundesregierung eine Entscheidung bis Ende Februar angekündigt.
Bei dem "Future Combat Air System" (FCAS) handelt es sich um das wichtigste europäische Rüstungsprojekt. Es wird von Frankreich, Deutschland und Spanien vorangetrieben. Ziel ist die Entwicklung eines Kampfflugzeugs, das von einem Verbund aus bewaffneten und unbewaffneten Drohnen begleitet wird. Das System soll ab 2040 die Kampfflugzeuge vom Typ Rafale in Frankreich und den Eurofighter in Deutschland und Spanien ersetzen.
Industriell wird das Projekt von Dassault Aviation, auf französischer Seite und von Airbus für Deutschland und Spanien geführt, wobei Dassault für die Entwicklung des eigentlichen Kampfjets federführend sein sollte. Seit Langem gibt es jedoch Streit über die Aufteilung der Arbeiten zwischen den beiden Konzernen. Das Gesamtvolumen des Vorhabens wird auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt. Dassault besteht auf einem deutlich größeren Arbeitsanteil, was Deutschland und Spanien ablehnen.
(Bericht von Andreas Rinke; redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

