
Der Dax kann seine Erholungsgewinne vom Vortag am Mittwoch nicht verteidigen. Der deutsche Leitindex gab im frühen Handel um 1,66 Prozent auf 23.570 Punkte nach.
Laut den Experten der Helaba ist es noch zu früh, um auf nachhaltige Kursgewinne zu setzen. Nach Meinung des Experten Jochen Stanzl von der Consors Bank handelte es sich bei dem Vortagsplus nur um eine "technische Erholung", die noch keinen neuen Trend begründe. Mit einer belastbaren Bodenbildung rechnet er im besten Falle in ein bis zwei Wochen.Der Energiemarkt bleibt weiter das Zünglein an der Waage für die Konjunktur- und Inflationssorgen der Anleger im Zuge des Iran-Kriegs. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, plant die Internationale Energieagentur (IEA) offenbar die größte Freigabe von Ölreserven ihrer Geschichte, um die Preisturbulenzen zu beruhigen. Auch darin sieht Stanzl aber nur eine "Lösung auf Zeit".
Rheinmetall schwach
Die zuletzt erholten Aktien von Rheinmetall sind am Mittwoch nach Geschäftszahlen wieder um fünf Prozent gefallen. Sie blieben damit aber über ihrem Zwischentief aus der Vorwoche und stehen seit Ausbruch des Iran-Kriegs immer noch vergleichsweise stabil da. "Die Ergebnisse für 2025 waren durchwachsen, die mittelfristigen Aussichten bleiben jedoch stark", kommentierte George McWhirter von der Berenberg Bank.
Auch sein JPMorgan-Kollege David Perry monierte etwas maue Umsätze und Ergebnisse im Vorjahr. "Wenn das Management die Anleger aber davon überzeugen kann, dass der Ausblick nach dem jüngsten Reset nun robust steht, sehen wir eine attraktive Einstiegschance", fügte er an.
Evonik-Aktie legt zu
Die Aktien von Evonik haben sich am Mittwochmorgen mit plus 2,5 Prozent wieder über ihre 50-Tage-Linie erholt. Auftrieb gab eine positive Äußerung des Citigroup-Analysten Sebastian Satz. Er setzte die Papiere des Chemiekonzerns auf die "Catalyst Watch". Mit den Kursverlusten seit Beginn des Iran-Kriegs sei die Bewertung auf "Verzweiflungs-Niveau" gesunken. Sie zählten in jeglicher Hinsicht zu den günstigsten, dabei habe die Gewinnentwicklung wohl den Boden erreicht. Von einer Deeskalation im Nahen Osten könnten gerade sie enorm profitieren. (mit Material von dpa-AFX)


