Weitere Öl-Tanker attackiert - "größte Versorgungsstörung in der Geschichte"

Der Iran-Krieg sorgt nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA für eine beispiellose Störung der Ölversorgung. Der Krieg schaffe die "größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes", schreibt die IEA in einer Zusammenfassung ihres monatlichen Ölmarktberichts. Die Golfstaaten hätten die Ölproduktion um mindestens zehn Millionen Barrel pro Tag heruntergefahren, maßgeblich, weil der Transport durch die wichtige Straße von Hormus fast zum Erliegen gekommen ist.
Unterdessen blockiert der Iran weiterhin die Durchfahrt durch den Seeweg. Etwa 20 Prozent des globalen Bedarfs werden über die Straße von Hormus verschifft. Der Irak teilte laut Bloomberg mit, dass zwei Tanker in irakischen Gewässern attackiert worden seien, weshalb das Land zeitweise die Verschiffung an seinen Öl-Terminals unterbrach. Schon an den Vortagen gerieten einzelne Öltanker unter Beschuss.
Die Nachrichtenagentur Reuters meldete indes, dass der Iran damit begonnen habe, den Seeweg zu verminen. Dabei verwies Reuters auf involvierte Personen.
Rohöl der Sorte Brent kratzte daher am Donnerstag erneut an der Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Montag hatte der Preis kurzfristig 120 Dollar erreicht - das höchste Niveau seit mehreren Jahren. Noch vor dem Krieg hatte der Kurs bei rund 60 Dollar notiert.
IEA rechnet mit weiteren Versorgungsausfällen bei Öl
Die IEA vermutet, dass die Versorgungsausfälle ohne eine rasche Wiederaufnahme des Verkehrsflusses weiter zunehmen. Für den März rechnet die IEA mit einer um acht Millionen Barrel pro Tag niedrigeren Ölversorgung weltweit. Die Organisation geht von einer täglichen Rohöl-Nachfrage von gut 100 Millionen Barrel aus.
Die IEA nennt vor allem den einbrechenden Verkehr durch die Straße von Hormus als Grund für die Engpässe. Vor dem Krieg seien täglich etwa 20 Millionen Barrel Öl durch die Meeresenge transportiert worden. Nun sei es nur mehr ein Rinnsal. Die Möglichkeiten, die Wasserstraße zu umgehen, seien eingeschränkt. Speicher füllten sich, sodass die Golfstaaten die Produktion runterführen. Teils würden die Kürzungen durch eine höhere Produktion anderswo ausgeglichen, etwa in Kasachstan und Russland.
Allerdings rechnet die IEA auch damit, dass die Nachfrage nach Öl im März und April weltweit etwa eine Million Barrel pro Tag niedriger liegen wird als bisher angenommen. Als Gründe nennt die in Paris ansässige Organisation massenhafte Flugstreichungen in den Nahen und Mittleren Osten und Störungen bei der Versorgung mit Flüssiggas.


