Naftogaz und OMV Petrom sprechen wohl über Schwarzmeer-Gasprojekt

Der ukrainische Energiekonzern Naftogaz verhandelt Insidern zufolge mit der rumänischen OMV-Tochter OMV Petrom über eine Zusammenarbeit bei der Erdgasförderung im Schwarzen Meer. Die Gespräche über die Erschließung "beträchtlicher" Gasreserven befänden sich noch in einem frühen Stadium, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.
Naftogaz hatte die Vorkommen vor dem russischen Einmarsch entdeckt. Die Arbeiten an dem Feld sollen den Insidern zufolge erst nach Ende des Krieges beginnen. Die Ukraine werbe zudem bei westlichen Regierungen und Unternehmen um Technologie für die anspruchsvolle Tiefseeförderung.
Für OMV Petrom, mehrheitlich im Besitz des österreichischen Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV, würde eine Kooperation die Position im Schwarzen Meer weiter stärken. Das Unternehmen ist in der Region bereits an mehreren Projekten beteiligt. Gemeinsam mit dem staatlichen rumänischen Produzenten Romgaz entwickelt OMV Petrom das Gasprojekt Neptun Deep in rumänischen Gewässern. Das Vorhaben mit geschätzten Reserven von rund 100 Milliarden Kubikmetern gilt als eines der bedeutendsten Erdgasvorkommen der EU und soll 2027 die Produktion aufnehmen.
Auch vor der Küste des Nachbarlandes Bulgarien weitet OMV Petrom die Aktivitäten aus. In der Vorwoche stieg das Unternehmen beim dortigen Explorationsblock Han Tervel ein, der vom britischen Energiekonzern Shell betrieben wird. Im benachbarten bulgarischen Block Han Asparuh bereitet OMV Petrom zudem gemeinsam mit der israelischen NewMed Energy erste Bohrungen vor.




