ANALYSE: 'Zu viel zu schnell' - HSBC befürchtet Enttäuschung bei Washtec

dpa-AFX

LONDON (dpa-AFX) - Die jüngste Aktienhausse beim Waschanlagenhersteller Washtec ist nach Einschätzung der britischen Bank HSBC ausgereizt. Das SDax-Unternehmen aus Augsburg müsse sich anstrengen, um die ambitionierten Erwartungen des Marktes zu befriedigen. Nun müsse Washtec erst einmal liefern, konstatierte HSBC-Analyst Richard Schramm in einer am Mittwoch vorliegenden Studie des Instituts. Darin hob er zwar sein Kursziel von 54 auf 57 (aktueller Kurs: 51,40) Euro an, strich aber die bisherige Kaufempfehlung. Für den Experten sind die Washtec-Aktien nun nur noch eine Halteposition.

Das Unternehmen hatte in diesem Jahr bereits zwei Mal seine Ziele senken müssen. Wegen der Zurückhaltung von Großkunden rückte der Vorstand im Sommer erstmals von seinen ursprünglichen Zielen für Umsatz und Gewinn ab. Ende Oktober musste Konzernchef Günter Blaschke - der für die Durchsetzung eines Sparprogramms aus dem Aufsichtsrat an die Unternehmensspitze wechselte - bei der Gewinnprognose nochmals zurückrudern. Im Sog der Gewinnwarnung rutschte die Aktie bei knapp 42 Euro auf den tiefsten Stand in diesem Jahr. Hiervon hat sich das Papier inzwischen aber deutlich erholt - seit dem Jahrestief ging es bis zum Beginn dieser Woche um mehr als 30 Prozent aufwärts.

Schramm sieht hinter der Kursbewegung vor allem die bessere Stimmung am Markt: Ein gewisser Optimismus sei eingekehrt, dass der Margenverfall in diesem Jahr zum Stoppen komme. Inzwischen rechneten Branchenkenner mit einer starken Gewinnerholung in den Jahren 2020 und 2021 - allein für das kommende Jahr kalkulierten diese im Schnitt mit einer Steigerung von rund einem Drittel beim operativen Gewinn (Ebit). Es werde sogar für möglich gehalten, dass Washtec seine Profitabilität binnen zwei Jahren über das Niveau von 2017 hinaus leicht steigern könne.

Der Experte selbst mag diese Euphorie nicht gänzlich teilen: Er rechne zwar auch mit dem Szenario einer klaren Erholung, sei aber weniger optimistisch, was die Wachstumsdynamik und das Margenpotenzial angehe. So liegt Schramm nach eigenen Angaben um ein Prozent unter den durchschnittlichen Umsatzerwartungen, 4 Prozent weniger sind es beim Ebit. "Das ist zwar keine große Abweichung, aber wir sehen es als Zeichen der Vorsicht, dass der Markt zu viel zu schnell erwarten könnte." Dies wiederum könnte dann am Ende womöglich in eine neue Enttäuschung münden.

Die Kurszielanhebung auf 57 Euro begründete der HSBC-Analyst vor allem mit höheren Bewertungsmultiplikatoren für den Sektor. Die hohen Erwartungen an die Ergebnisentwicklung seien auf dem aktuellem Niveau nun aber zu Genüge eingepreist. Der Experte sieht nur noch ein kleines Aufwärtspotenzial - zu wenig für eine Kaufempfehlung.

HSBC stuft solche Aktien immer mit "Hold" ein, deren Kursziel bis zu 5 Prozent über oder unter dem aktuellen Kurs liegt./tav/eas/fba

Analysierendes Institut HSBC.

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21.02.2020, 17:37, Xetra

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